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Kartoffelbauer

Es gibt da ein Unternehmen. Es handelt sich dabei um einen Gemischtwarenmarkt, der das aberwitzige versucht und mit dem Prinzip der sozialen Planwirtschaft arbeitet. So stellt dieses Unternehmen Leute ein, die erstmal ein Kostenfaktor und kein Nutzenfaktor sind. Das Unternehmen fördert die schwächsten Mitarbeiter und die soziale Komponente geht so weit, dass alle Mitarbeiter auch auf einen Teil ihres Lohnes verzichten, um einem sozial schwachen Mitglied zu helfen. Ferner betrachtet es auch den schwächsten Mitarbeiter als mitspracheberechtigt bei der Gestaltung der Zukunft des Unternehmens – gleich, welche Kompetenz er mitbringt,

 

Vor nicht allzu langer Zeit hat sich bei diesem Unternehmen ein Landwirt beworben. Man könnte sich fragen: Ein Landwirt? In einem Gemischtwarenladen? Merkwürdig.

Da das Unternehmen aber sozial war, befand es, dass es trotz der Tatsache, dass es bereits drei Landwirte durchfütterte, den Mann nicht abweisen konnte. Der Landwirt hatte kaum Vermögen und auch eine schwere Vergangenheit und so entschloss man sich, ihn mit dem warmen Mantel des Unternehmens zu umfangen.

 

Von Beginn an nun wurde der Landwirt als ebenbürtiges Mitglied betrachtet. Man förderte ihn und baute darauf, dass er nach all den Hilfen eines Tages dem Unternehmen etwas zurückgeben konnte, damit man sich als Gemeinschaft weiter entwickeln konnte.

 

Vor kurzem gab es den alljährlichen Runden Tisch im Unternehmen, in dem über die Zukunft gesprochen wurde. So wurde überlegt, ob nicht jeder entsprechend seines Anteils am Ergebnis des Unternehmens Stimmanteile am Runden Tisch erhalten sollte. Dies behagte dem Neuling nicht sonderlich – immerhin war er ja noch nicht so weit, produktiv am Unternehmensgewinn mitwirken zu können. Er sei doch erstens viel mehr engagiert, da er noch neu ist und er hätte ja auch die höchsten Steigerungsraten – was auch kein Wunder ist, wenn man bei Null anfängt – und er wäre ja auch nur in dieser Lage, weil das Unternehmen ja durch seine Aktivitäten in der Vergangenheit die Landwirtschaft in die Situation gebracht hat, dass er keine Arbeit dort gefunden hat und damit verpflichtet, ihn besonders zu bedenken und eine Sperrminorität einzurichten. Nur so kann gewährleistet sein, dass er seinen neuen Wohlstand, den er zwar dem Unternehmen verdanke, ihm aber deshalb noch lange nichts schulde, bewahren.

 

Der Runde Tisch gab schließlich auf und gab des lieben Friedens willen den Wünschen des Neulings statt. Das verärgerte zwar alle anderen Mitarbeiter und verdarb das Betriebsklima, aber der Neuling war zufrieden mit sich – wobei er ja auch noch mehr hätte fordern können.

 

Die Lehre ist: No good deed goes unpunished.
 

 

Ach, der Name des Unternehmens ist “EU” und der Name des neuen Mitarbeiters – wenn man ihn so nennen mag – ist “Polen”.

2 Antworten auf “Kartoffelbauer”

  1. Vanexia sagt:

    ich werde dich mal auf meiner seite verlinken, hoffe das ist recht.

  2. der_mike sagt:

    Ich denke ich werde damit leben können…

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