Archive für April 2009
Erfolg kommunizieren.
28.4.2009 von der_mike.
Der Herr der Deutschen Bank hat es - wieder einmal - geschafft. Seine Zahlen sind schöner, als die aller anderen Kinder auf dem Finanzspielplatz. Spielplatz sei hier - gerade im Hinblick auf die Spieltheorie mal sehr deutlich unterstrichen. Ich bin ja kein Experte - also im Hinblick auf die Wirtschaft - so wie all die Friseure, Taxifahrer und 2nd-row-politicians dieser Welt.
Im Gegensatz zu vielen Menschen, die der Wähler im Allgemeinen als Leuchtturm der Windrichtung in die es sich zu neigen gilt, hinnimmt, gönne ihm dies. Ich gönne der Deutschen Bank den Erfolg in einer Zeit, in der es kaum noch sichere Ankerplätze im Wirtschaftsleben gibt, einen solchen zu verkörpern. Die Kritik an der Nachricht kam denn auch prompt: Falsches Signal - alles ist immernoch total schlimm - die Deutsche Bank meint, nun weitermachen zu können, wo wir doch alles ganz anders machen müssen.
Ich frage mich wirklich, warum nicht annerkannt wird, dass man auf dem Spielplatz auch Glück - das ja bekanntlich immer mit den stärkeren Bataillonen ist - haben kann. Das man diese Bankhaus auch mal als positives Signal für die Marktwirtschaft nehmen kann. Warum analysiert man nicht, was die Deutsche Bank richtig gemacht hat, was bei so vielen anderen nicht geklappt hat.
Eventuell vor allem deshalb, weil die Darstellung seitens Herrn Ackermanns nicht so ganz glücklich gewesen ist. Eventuell ist es ja nicht so förderlich für das Ansehen, wenn er ankündigt die Mentalität der Wölfe so demonstrativ hervorzustellen. Sicher mag er Recht haben in der Ansicht, dass es nun gilt, die kranken Mitglieder der Herde zum Wohle aller dem Lauf der Dinge zu überlassen, anstatt sie mit dem knappen Futter am Leben zu halten - was am Ende niemandem nützt. Aber wie gesagt - so etwas kann man auch politisch clever anbringen. Understatement. Das wäre sicher ein guter Schlüssel gewesen - dann hätten langfristig nicht nur die Zahlen, sondern auch das Image gestimmt.
der_mike
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Kardinaltugenden
24.4.2009 von der_mike.
In einem Gespräch mit dem Bischofsvikar für Niederösterreich musste ich wieder einmal festgestellen, dass man als Nichtkatholik durchaus katholischer sein kann als … nun, Katholiken. Ich weiß von was ich spreche, ich habe jedes Wochenende gegen die Familie zu argumentieren.
Im Fall des Holocaustleugners Williamsonzum Beispiel. Meine Familie hier kann nicht verstehen, warum man diesen Mann wieder in ihre Kirche aufnimmt. Im Grunde genommen verstehen sie den Kurs des - Piefke- - Papstes überhaupt nicht. Da muss man ihnen - unter beständigem Nicken seitens des Pater Amade - erklären, dass dieser Kardinal ein Kind der Kirche ist und damit auch originär ihr Problem. Bannt man ihn aus der Kirche, so hört er nicht auf sich Kardinal zu nennen und seine Wurzeln bleiben auch erhalten. Also holt der Papst ihn in die Kirche zurück und macht ihn damit - wieder - zu seinem Problem. Nur hier, ihm Rahmen der Kirche, hat er die Macht und die Mittel - wie auch die Verantwortung - sich mit diesem Produkt seiner Kirche auseinanderzusetzen. Seine Juristiktion. Gleichzeitg nimmt er damit auch anderen die - sehr viel negativere Auswirkungen hervorbringende - Möglichkeit, sich mit einer Lösung des Problems auf ihre Weise zu schmücken.
Dieser Papst - der sicher mehr mit Intellektuellen harmoniert, als mit der Kirche von Johannes Paul II. - holt seine Schafe nach Hause, gleich ob schwarz oder weiß, denn es ist seine Aufgabe, für sie zu sorgen. Dieser Papst hält eine Kirche auf Kurs, deren Bestandsgarantie seit 2000 Jahren darin bestand, sich nicht dem Zeitgeist anzupassen, sondern als feste Bastion unverrückbarer Werte ein Anker für alle zu sein.
Wenn ich diesen Text so lese - und den Worten meiner Familie hier so lausche - ist es gut, dass ich kein Katholik bin. Ich denke das Mittel der Reichsacht wäre wieder sehr publik.
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Persönlichkeitsführung
24.4.2009 von der_mike.
Immer wieder einmal begebe ich mich in die Situation zu meinem alten Arbeitgeber zurückzukehren und zu schauen, was sich getan hat.
Man könnte meinen, dass sich bei einer so flexiblen Weltlage entweder eine rasante Entwicklung aufzeigt oder aber, dass der Staatsapparat einfach weitermacht, was er schon immer getan hat, weil er es schon immer getan hat und weil das Handwerk ja quasi seit 5000 Jahren kaum neue Zielsetzungen bekommen hat - das Produkt ist auch immer gleich, was sonst eigentlich nur die Diplomatie und das andere Gewerbe mit schlechtem Ruf von sich behaupten kann.
Dieses Mal sind mir zwei Dinge aufgefallen. Nebensächlicher war dabei, dass die Angestellten und Beamten sich endlich des Materials erfreuen konnten, was sie verdient haben. Naja, mach einer hätte auch weiterhin Opel Kadett Kombi Sonderausführung Donauwellen fahren können, wenn es danach geht, aber sei es drum.
Wichtiger war das Erleben der Personal….sagen wir mal -verwaltung im von mir erlebten Bereich. Ich bin mir recht sicher, dass sich diese Erfahrung in Generalisierung übertragen lässt, aber ich bleibe mal lieber beim erlebten.
Stellen wir uns zum Beispiel mal eine Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung vor, die darin besteht, dass jeder sich nun Direktor nennen darf - wobei er die gleiche Arbeit wie immer bei marginaler Gehaltsaufstockung verrichtet. Wo ist die Attraktivität? Ich meine, wenn wir alle Häuptlinge sind und doch als Indianer behandelt werden, dann ist das nicht wirklich förderlich. Finde ich mal. Dann stellen wir uns mal Führungspersonal vor, dass so wenig in der Position ist zu führen, dass weder die Angestellten und Beamten so genau wissen, wer der Chef ist, noch die Chefs wissen, wer von den Menschen, die den ganzen Tag so an ihm vorbei ziehen, eigentlich seiner Klientel zugehören. Sicher sind Lehrgänge wichtig. Sicher gibt es viele Vorhaben, die auch ihre Berechtigung haben. Aber wenn es darum geht, einen Menschen zu führen - ihn auszubilden, zu prägen und auch zu beurteilen - dann ist die Nähe zum Menschen wichtig. Dann ist Präsenz wichtig. Nicht zuletzt ist auch Erfahrung wichtig und dazu muss man die Chefs eben auch führen lassen und Erfahrungen - gegebenenfalls auch Fehler - machen lassen.
Als Fazit konnte ich aus meiner kleinen Stippvisite mitnehmen, dass die Menschen auch in einer Armee Menschen mit Persönlichkeit sind, immernoch ein Anrecht auf Führung und fairen Umgang haben. Ferner, dass die Chefs und Unterchefs engagiert und kompetent sind - aber das die Fürsorge des Dienstherrn manchmal merkwürdige Ausprägungen annimmt.
der_mike
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