Kardinaltugenden
In einem Gespräch mit dem Bischofsvikar für Niederösterreich musste ich wieder einmal festgestellen, dass man als Nichtkatholik durchaus katholischer sein kann als … nun, Katholiken. Ich weiß von was ich spreche, ich habe jedes Wochenende gegen die Familie zu argumentieren.
Im Fall des Holocaustleugners Williamsonzum Beispiel. Meine Familie hier kann nicht verstehen, warum man diesen Mann wieder in ihre Kirche aufnimmt. Im Grunde genommen verstehen sie den Kurs des - Piefke- - Papstes überhaupt nicht. Da muss man ihnen - unter beständigem Nicken seitens des Pater Amade - erklären, dass dieser Kardinal ein Kind der Kirche ist und damit auch originär ihr Problem. Bannt man ihn aus der Kirche, so hört er nicht auf sich Kardinal zu nennen und seine Wurzeln bleiben auch erhalten. Also holt der Papst ihn in die Kirche zurück und macht ihn damit - wieder - zu seinem Problem. Nur hier, ihm Rahmen der Kirche, hat er die Macht und die Mittel - wie auch die Verantwortung - sich mit diesem Produkt seiner Kirche auseinanderzusetzen. Seine Juristiktion. Gleichzeitg nimmt er damit auch anderen die - sehr viel negativere Auswirkungen hervorbringende - Möglichkeit, sich mit einer Lösung des Problems auf ihre Weise zu schmücken.
Dieser Papst - der sicher mehr mit Intellektuellen harmoniert, als mit der Kirche von Johannes Paul II. - holt seine Schafe nach Hause, gleich ob schwarz oder weiß, denn es ist seine Aufgabe, für sie zu sorgen. Dieser Papst hält eine Kirche auf Kurs, deren Bestandsgarantie seit 2000 Jahren darin bestand, sich nicht dem Zeitgeist anzupassen, sondern als feste Bastion unverrückbarer Werte ein Anker für alle zu sein.
Wenn ich diesen Text so lese - und den Worten meiner Familie hier so lausche - ist es gut, dass ich kein Katholik bin. Ich denke das Mittel der Reichsacht wäre wieder sehr publik.