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Aufgegeben

Ein Staat hat ja so seine Funktionen. Theoretisch zumindest. So wandelt er Besitz in Eigentum um. Reguliert - ersetzt wäre wohl zu viel Optimismus - das Recht des Stärkeren ein wenig hin zu Gesetz. Der Idee des Staates liegt zu Grunde, dass sich Individuen zusammenschließen, um als Gemeinschaft besser leben zu können. Das imaginäre Gebilde “Staat” ist dabei quasi die Gesamtsumme der Interessen - volonté general nannte das mal jemand, mit dem ich schonmal aneinander geraten bin.

Mit dem tatsächlichen Staat, mit dem sich der Bürger heute konfrontiert sieht, hat das nur noch rudimentär zu tun. Dies vor allem im Hinblick auf die Klientel, der ein Staat verpflichtet ist. Zu Zeiten des klassischen Nationalstaates war der Staat beauftragt, den Staatsraum und das Staatsvolk mittels der Staatsgewalt zu schützen, denn ohne auch nur eines dieser drei Dinge *plopp* Seifenblase Staat weg. Heute ist ein Staat - so scheint es jedenfalls - so vielen Dingen verpflichtet, dass er seine originäre Aufgabe nur noch “auch” nachkommt. Er strapaziert die Kräfte, die von den Bürgern ausgehen, auf Schauplätzen und mit Rücksichten, von denen nur wenige so kommuniziert werden, dass der “kleine Mann” am Ende annehmen kann, dass sich sein Staat mehr um andere, als um ihn kümmert.

Entweder hat der Staat ein ernstes Problem in seiner public relation oder aber er hat aus den Augen verloren, für wen er zu sorgen hat. Ich könnte da ein paar Bücher empfehlen - die sind auch interessanter, als Koalitionsverträge auf Hintertürchen zu durchstöbern.

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