Archive für Juli 2009

Erklärungsrunde

Ich hab ja mal so garkeine Ahnung von Wirtschaft - wie sich gerade heraustellt bin ich da ja nicht allein und es schließt eine Karriere im Banksektor nicht aus. Aber was ich irgendwie nicht verstehe - und ich wäre sehr glücklich, wenn mir jemand das erklären könnte - wie ein Manager eine Bilderbuchsanierung eines Unternehmens hinlegt und das Unternehmen mit so viel Barreserven dahsteht, dass er sich ein tolles Ziel aussicht.

Im letzten Jahr stand Porsche mit so viel Barvermögen da, dass man sich überlegt doch VW zu kaufen. Keiner hat gelacht - alle waren nur darum besorgt, wie ein kleineres Unternehmen es bewerkstelligen wird, einen Großkonzern zu verwalten.

Ein paar Monate später kauft VW Porsche - weil Porsche in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Wo ist das Barvermögen hin? Warum hat da nicht mal ein Mitarbeiter einen Taschenrechner genommen und gedacht: 8 Milliarden Reserve - VW kostet eine Gazillionen mal so viel…..könnte ein Problem werden….

Erklär es mir einer - bitte.

Fragliches

Wenn ich mir so meine Berufsoptionen ansehe, dann erinnere ich mich immer an mein größtes Vorbild: Joseph Fouché - Herzog von Otranto - und die unsagbare Begabung im Hintergrund so zu arbeiten, dass man unentbehrlich für jeden Menschen mit Machtambitionen wird. Das Ganze dann noch unter so verscheidenen Systemen wir Monarchie, Republik, Direktorat und Kaiserreich.

Der Auslöser wieder einmal darüber nachzudenken war die Aktualität von Canettis Masse und Macht im Hinblick auf kommenden Wahlkampf und Plattformen wie Facebook, StudiVZ und Twitter. Wenn man das richtig instrumentalisieren würde und dann noch so einen Strahlemann wie den Jörg Haider hätte, dann sag ich mal, wäre die absolute Mehrheit kaum noch zu verhindern. Dann als Kanzleramtsminister wirken….

…ich glaub, der Herr Hesse bekommt Alpträume. Ich muss aufhören … ja, Pinky, morgen arbeiten wir weiter….

Hymne

Als ich das erste Lied von dem Menschen hörte - Alone in the universe - wollte ich noch eine abfällige Bemerkung über Emomusik machen. Dann jedoch hab ich ihn als Performer der Hymne einer jeden Generation entdeckt:

Ich schick mal einen Dank an Volker für die Entdeckung.

Polo

Endlich erfahre ich, wenn auch knapp an der Grenze, zu welcher Generation ich gehöre: Krisenkinder. Erstaunlicherweise fühlen wir - ja, die Identifikation ist schon da - uns da zugehörig. Allein das Resultat unterscheidet uns aber von all den anderen: Wir sind keine Gruppe. Vor die Wahl gestellt streitet jeder für sich. Eine andere Gruppe hat das vorgemacht: Das Präkariat - Unterklasse ohne Klassenbewusstsein.

Bereiten wir uns also darauf vor in Zukunft Arbeit per Jobduell zu bekommen - wer den anderen am Besten niedermacht bekommt den lausigen Job. Beziehungen führen wir über Facebook - wenn man keine Lust hat, dann einfach ausmachen. Freunde hat man im Ventrilo, wenn man mal reden will. Geschwister sind ohnehin nur die Leute, die man uns zeigt, wenn man Erfolg definieren will.  Ohnehin wohnt ja jeder, den man mal für zwei Monate kannte mittlerweile mindestens 250 Kilometer entfernt.

Eines aber können wir: Schreiben. Egoblogs. Yeah, ich gehöre dazu.

Schritte

Endlich hat der US-Präsident mal etwas getan, von dem ich denke, dass er es als zentralen Wahlkampfpunkt versprochen hat - alte Zöpfe abgeschnitten.

Mit einer Vetodrohung hat er die Ausweitung eines technisch nicht mehr notwendigen Rüstungsprojektes - des F22 - gestoppt. Bisher. Denn im Vermittlungsausschuss kann ja immernoch ein Handel herauskommen. Aber immerhin - dieses und einige weitere Projekte stehen vor dem Rotstift-Aus und das ist gut so. Dafür wird das Heer um 22.000 Soldaten aufgestockt - auf ein guter Schritt, denn in den asymmetrischen Konflikten ist das mehr wert, als ein tolles Flugzeug, dass für jede Stunde in der Luft dreissig Stunden gewartet werden muss. Herr Gates scheint seinen Job zu verstehen - und Arbeitsplätze schafft das auch. Diesmal sogar für Leute, die ihn brauchen und nicht für drei Ingenieure und einen Projektmanager.

Trotzdem hätte ich Frau Clinton lieber im Oval Office gesehen….

PGP

Eine grandiose Aktion - mal weg von all dem, was mich sonst so aufregt…

Mehr davon…..

Erziehung

Grade lese ich in einem Artikel mit dem schönen Namen “Wer erziehen will, muss bereit sein zu strafen”, dass innerhalb von Elitegruppen das schnöde und für Ungerechtigkeit anfällige System der Rechtsprechung ersetzt ist durch das überlegene System von gruppeninternen Strafen geboren aus einem Esprit du Corps. Dabei straft man ab, wer sich nicht gruppenkonform verhält - also braune Schuhe zu einem schwarzen Anzug zu tragen schließt den Sünder von der nächsten Weinprobe mit Käsehäppchen aus. Wer in der siebenten Klasse auf Schloss Salem noch nicht die Mathematik der freien Märkte durchdrungen hat, den kann man aus der Gruppe gleich ausschliessen, denn er nützt der Gruppe ja auch langfristig nix - der wird höchstens mal Sparkassendirektor der Filiale Herne Nord oder falls er wenigstens in Deutsch gut ist Finanzminister.

Sei es wie es sei - die Eliten strafen sich also selbst. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn das Recht der Normalsterblichen sie ruft, dass sie mit einem angewiederten Blick reagiern. Für die Steuerhinterziehung/das Erwischenlassen beim Bespitzeln/Unterschlagung/Veruntreuung/Betrug/White-collar Crimes  wurde man dich schon seitens der Gruppe bestraft - in Zukunft keine Einladung mehr zum Tupperparty auf Marthas Vineyard. Ausserdem warum bitte behandelt man mich wie einen gewöhnlichen Menschen - schlimmer, warum bestraft man mich doppelt und dann auch noch durch einen Richter, der an mir das Recht der Gewöhnlichen als Maßstab anlegt. Schlimm sowas.

Ich denke ja, man sollte mal den Fall Friedrich II. und der Mühle von Sanssouci als Maßstab hernehmen und die Führer der freien Marktwirtschaft auf den Boden der Tatsachen holen - am Besten schon während der Erziehung.

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