Archive für September 2009

Besiegt

Dem Rat der Nessy folgend habe ich mich heute - ganz in Anlehnung an die Regierung - mal aufgemacht, um … anzufangen. Der innere Schweinehund hatte aber irgendwie recht, wenn er mir die ganze Zeit zugeflüstert hat: “Lohnt doch nicht.”; “Dir geht eh gleich die Puste aus.”; “Iss lieber noch eine Tafel Kinder Schokoriegel.” Naja, wie dem auch sei sind nun 4,5 Kilometer zurückgelegt - mit kleinen Gehpausen - und ich frage mich, wie man an eine intelligente Schöpfung glauben kann, wenn doch Joggen nicht wie Rauchen ist, wo nur das Aufhören schwierig ist.

Als Amerikaner und Kreationist würde ich Gott verklagen….

Mentale Täuschung

Viele Dinge, die man so in seinem Kopf zusammenbastelt, sehen dabei recht umfangreich und schlüssig aus. Wenn man dann versucht sie zu Papier zu bringen - respektive in die Textverarbeitung zu hacken - entpuppen sie sich so zur Gänze kurz, unübersichtlich, unausgegoren und alles in Allem viel dümmer, als man das vorher so gedacht hat. Passiert mir irgendwie immer wieder und doch ist das Erstaunen stets zugegen, wenn ich mich daran mache, die Gedanken zu bannen.

On a sidenote: Auf Antworten zu warten finde ich mittlerweile zum erbrechen. Auch wenn man weiß, was drin steht. Gewissheit ist wohl doch wichtiger, als man so gemeinhin denkt.

Lernbereitschaft

Historiker geben ja gern mit dem Spruch an, dass die Geschichte nicht lehrt, was man machen soll, sondern eher was man auf jeden Fall lassen soll, weil es schonmal schief gegangen ist. Ferner sind Historiker in der Lage Ereignisse, die lange zurück liegen, treffsicher zu analysieren und zum Beispiel politische Lügen ohne Gefahr durch den analysierten Politiker, respektive seine Anwälte oder “Vertreter” zu später Stunde “besucht” zu werden, als solche zu zeigen.

So geschehen ist dies im Falle von Sulpicius Galba Maximu, dem römischen Konsul des Jahres 200 v.Chr. Dieser hatte die Erfahrung gemacht, dass man Ruhm und Reichtum ganz gut durch Krieg erringen konnte - doof nur, dass der Zweite Punische Krieg gerade rum war und man sich eben daran gemacht hatte die langweilige Aufgabe des Friedens zu bearbeiten. Der findige Politiker erfindet einfach ein neues Engagement in Form eines Präventivskrieges. Das Volk von Rom - vor allem die Gläubiger der Römischen Republik - sahen die Notwendigkeit nicht sogleich. Der Konsul, total erstaunt, weswegen man ihm seinen Krieg nicht gönnte, versammelte nun die Menschen und erklärte ihnen:

“Ihr scheint mir nicht zu wissen, Bürger, dass ihr nicht darüber befragt werdet, ob ihr Frieden oder Krieg haben wollt, sondern ob ihr die Legionen nach Makedonien übersetzt oder die Feinde nach Italien holt. Welchen Unterschied dies macht, habt ihr, wenn sonst nie, so gewiss im letzten Krieg erfahren.”(Liv. 31,6)

Guter Schachzug - die Bürger fanden den Krieg dann doch ok und am Ende besiegte man Makedonien. Ruhm, Ehre, Reichtum und neue Grenzen waren das Ergebnis.

In einer total anderen Sache las ich kürzlich einen Kommentar zum Afghanistankrieg von Ruben Navarette.  Die Amerikaner sind sich ja nie so recht klar darüber, wo gerade die Soldatenstiefel das Internationale Recht durch….treten, was auch daran liegen könnte, dass es ausserhalb ihres perzeptiven Universums - sprich The USofA - liegt. Jenseits der Grenzen sind ja nur Unkultur und Stolpersteine in Form von Besteck und Moral. Worauf ich hinaus will ist:

It’s time to grow up and confront an unpleasant reality, folks. The world changed on September 11, 2001, and it’s not a question of “if” another attack comes but “when.” Retreat isn’t an option. Nor is surrender. And nor is a kind of wistful isolationism where U.S. troops pack up their gear and come home, where bygones will be bygones and where al Qaeda won’t follow. We can fight this battle on the streets of Kabul or in Kansas City.”

Die römische Episode ist quasi als politischer Vorwand in der Literatur zu finden. Quasi das Volk dazu bringen, einen Krieg zu führen, den es nicht will, um ein Ziel zu erreichen, dass keiner so recht versteht.

Herr Navarette ist sicher kein Livius…aber sonst….

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