Amtsblatt | Scheitern ist Lernen

Die #edupnx haben ein neues Thema und da ich gerade wieder ins Schreiben kommen muss, nehme ich das einfach mal zum Anlass meine 2 Cent dazu beizutragen. 2 Cent bei der Anzahl der Wörter – mieser Stundenlohn und damit bin ich ja in guter Gesellschaft mit der Lehre und Bildung. Man könnte also schon vom Scheitern eine guten Bildungspolitik sprechen, aber das soll nicht der Punkt sein.

Vorab – ich bin kein Lehrer im behördlichen Sinne. Allerdings fasse ich meine Tagesfreizeit als Führungskraft und Experte für…a lot of things gern als Tutor auf. Als Steuermann im Rahmen eines kybernetischen Ansatzes von Führung. In diesem Sinne ist mir scheitern durchaus vertraut. Nicht im betriebswirtschaftlichen Sinne, sondern im Sinne der nobelsten Aufgabe, die man als Mensch haben kann: Menschen zu unterstützen, Ziele zu erreichen und auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen stärkere Individuen zu werden.

Dabei kann man scheitern. Darüber muss man sich immer im Klaren sein. Ich bin oft gescheitert. Im kleinen Maßstab, wenn Menschen trotz intensiver Beratung einen nicht gerade optimalen Weg wählen – aber es ist ihr Weg und dann muss man als Tutor die Stärke haben, das eigene Scheitern hinten anzustellen und Sie auf ihrem Weg zu unterstützen. Im großen Maßstab ist das eine unglaubliche Last. Wenn Menschen, in die man viel Zeit und Kraft investiert hat ihre großen Ziele aufgeben, um kleine Vorteile zu generieren, wenn sie weder ihr Potential entwickeln, wenn sie nicht der Mensch sind, den man glaubte zu sehen. Das Scheitern liegt in dem Fall in der Sache und man wird seiner Verantwortung gegenüber allen anderen Menschen nicht gerecht, wenn man seine Aufgabe nicht weiter verfolgt, weil man sich das Scheitern als persönliches Versagen anrechnet – oder noch schlimmer die Menschen in seiner Verantwortung dafür verantwortlich macht.

Ein guter Tutor – eine gute Führungskraft – nimmt Scheitern als in der Sache begründet wahr. Er lernt und wird ein besserer Tutor. Lessons learned sind das wichtigste Element des Scheiterns und wenn man das begreift und sich dem stellt, dann ist das Wort Scheitern eigentlich obsolet. Es ist Lernen – und was ist besser, als der Lohn beim nächsten Tutee das Lernziel zu erreichen.

Wäre schön, wenn auch die Bildungspolitik das lernen würde und dann ihr Scheitern bisher als Chance zum Lernen zu begreifen. Dazu müsste man sich aber auch erst dem Scheitern stellen. Auch eine lesson learned.

3 Gedanken zu „Amtsblatt | Scheitern ist Lernen

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