Amtsblatt | Warum in Manager investieren?

Die Leute munkeln schon. Mir aber egal. Wenn ich mal jemanden gefunden habe, der mich zum Denken bringt – und hier sind P. und E. und H.H. und nun auch A. ganz weit vorn – dann lese ich halt, was dort in den Köpfen herumspukt.

Jemand, also der A., hat einen interessanten Tweet geteilt.

Wenn ich das lese, dann fällt mir als erstes immer ein, dass es ja einen wesentlichen Unterschied zwischen Unternehmertum und Management gibt. Wenn man sich nun die wesentliche Aufgabe eines Managers ansieht, dann erscheint es mir wenig schlüssig, warum wir dafür noch Menschen einsetzen. Es wurde ja schon mehr als einmal dargelegt, dass Management zu einem großen Anteil aus der Kombination von Glück besteht – zur richtigen Zeit auf das richtige Pferd gewettet. Ein Manager verwaltet, optimiert und setzt um. Der Unternehmer wettet auf etwas, von dem noch keiner weiß, wie es ausgeht. Der Manager optimiert nur den Wettprozess. Das Risiko liegt immer beim Unternehmer.

Wenn es also um evidence based decision making geht, dann sollten Alternative Intelligenzen doch wesentlich besser sein, aus den vorhandenen Daten ohne Bias folgerichtige Schlüsse zu ziehen. Sicher, Computer treffen dann auch Entscheidungen, die nicht gerade von Herzenswärme getrieben sind, aber sie treffen Entscheidungen, die im Kontext korrekt sind. Wie beim Go ist es am Ende nur der Gesamterfolg, der über zweckmäßig oder nicht-zweckmäßig entscheidet. Kein gut und böse – keine politische Einflussnahme. Keine „anderen Beweggründe“. In einem Manager zu investieren ist meiner Meinung nach nur eine Art Sitzredakteur zu haben – jemand, der die Schuld trägt, wenn es schief läuft. Manager geben diese Verantwortung gern Back-2-Back an Berater weiter – dann sind sie wenigstens gegenüber den Mitarbeitern fein raus.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Go_board.jpg

Den wesentlichen Unterschied zwischen Manager und Unternehmer sieht man bei Leuten wie Elon Musk und Steve Jobs. Leute, die einfach machen, von was sie überzeugt sind. Leute, die nicht an die nächste Bilanz denken, sondern „to make a ding in the world“. Etwas zu bewegen, zu verändern und etwas besser zu machen. Das kann meiner Meinung nach eine Alternative Intelligenz in der absehbaren Zukunft nicht leisten. Denken, Träumen, Zweifeln und Betroffensein – dazu müssten wir diese ganz anders in die Lebensumwelt einbinden. Aber managen – managen kann eine Maschine besser als jeder Menschen. Insbesondere in einer Welt wachsender Komplexität und der Notwendigkeit kybernetischer Führung. Ganz zu schweigen von den persönlichen Befindlichkeiten und einer Unzahl an Bias.

Was ich sagen möchte: Es fehlt der Wille dazu, sich einzugestehen, dass Alternative Intelligenzen in diesem Bereich besser sind und diese High Power und High Salary Jobs eigentlich übergeben gehören – und wir sollten viel mehr Träumer, Denker und Künstler heranziehen in unserem Schulsystem und nicht BWL-Automaten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.