Amtsblatt | Weitere Gedanken zum Scheitern

Was die @bildungspunks da losgetreten haben ist schon beachtlich. Eigentlich sollte ich meine Konzentration auf #wissen und #denkenbisderpsychaterkommt lenken – geht aber nicht, wenn gerade was anderes lockt.

@DerLinkshaender hat einen wirklich lesenswerten Artikel zum Thema „Scheitern“ verfasst und ich muss da drauf reagieren.

Scheitern als Chance ist mir das erste Mal bewusst gemacht worden durch ein Buch von Weick zum Thema Resilienz. Auch dort ging es darum, dass wenn man clever scheitert, kann man es als Chance – und im weitesten Sinne als Erfolg verbuchen.

Das nächste Mal kam es mir bei Nassim Taleb vor – scheitere oft und früh. Das hat Vorteile für den Scheiternden und für das Gesamtsystem. Wenn man nicht erfolgreiche Unternehmungen frühzeitig scheitern lassen würde – so lange sie nicht systemtragend sind – kann man den Schaden klein und den Gewinn unter Umständen hoch halten.

In jedem Fall geht es aber darum, etwas zu lernen. Das muss nicht immer zum Medizinnobelpreis führen oder die Abläufe auf einem Flugzeugträger optimieren. Was wichtig ist, ist das jeder Mensch etwas lernen kann – aus dem kleinen Scheitern, die uns jeden Tag in unserem Umfeld unterlaufen. In der Summe – als komplexes soziales System – haben wir alle einen Mehrwert davon. Wenn man jetzt noch Wissen aus der Perspektive des Konnektivismus sieht Lernen aus der Kollaboration, dann könnte man meinen, dass wenn jeder im Kleinen scheitert und daraus für die gesamte Phyle lernt – und das gelernte in einen größeren Zusammenhang bringt und gegebenenfalls noch gemeinsam die lessons learned nutzt…also ich glaube ja, dass wir dann unglaublich viel Wissen über uns, unsere soziale und ökologische Umwelt generieren könnten.

Was mir dann noch fehlt wäre die Einbindung von alternativen Intelligenzen. Von Datenbanken, von digitalen Entitäten und von Mustern, die eine andere Perspektive bieten, als wir sie gewohnt sind. Menschen tendieren – und das ist nur eine persönlich Erfahrung – dazu, ihre Lebenswelt als Maßstab wahrzunehmen. Dazu gehört Vergänglichkeit und all die kleinen Biases, die das Leben mit sich bringt. Alternative Intelligenzen denken in anderen Mustern und anderen Dimensionen. Das muss man sich zu Nutze machen. Das darf man nicht abtun als „kein Denken“. Das muss man einbinden, wenn man die anstehenden Probleme lösen möchte.

Die von @DerLinkshaender angesprochenen Checklisten wären ein guter Weg dazu. Denn Checklisten sind binär. Check or No-Check – das können selbst die Computer des 20. Jahrhunderts in ihrer von-Neumann-Struktur. Hier wäre eine gute Brücke zur Einbindung von Alternativen Intelligenzen in unsere Lebensumwelt. Babysteps aber wenigstens Steps. Es geht dabei nicht um die Auslagerung von Checks an den Computer – es geht um das Ergänzen. Der Pilot checkt „Triebwerk da“ – der Computer checkt „keine Materialermüdung“. Vom Ergebnis profitieren beide – der Pilot weiß mehr über den Zustand seiner Maschine und der Computer versteht – ein hehres Ziel – Vertrauen.

Um was es mir geht ist beim Scheitern ist – jeder erlebt es. Heute erlebt es jeder für sich, da es wichtig ist, nicht beim scheitern ertappt zu werden. Scheitern im Stillen ist aber ein verschenken des Mehrwerts von Scheitern. Werfen wir den Konex Scheitern und Schuld doch einfach auf den … Scheiterhaufen.

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