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Amtsblatt – Die Idee der Judo-Strategie

Ich muss ausschweifen. Nicht, dass ich das nicht ohnehin gern tue – aber hier muss ich. Daher kann es auch sein, dass ich hier noch nicht zum Punkt komme. Also zu einem sicher, aber nicht zu „Dem Punkt.“

Es gibt einen großartigen Autor mit dem wohlklingenden Nassim Nicolas Taleb. Der Mann hat eine ziemlich clevere Idee und genug F**kyou-Money, um sich die Tage mit dem darauf herumdenken zu verschönern. Die Idee ist – wie beinahe alle wirklich guten Ideen – im Kern recht simpel: Was wäre, wenn wir Systeme so gestalten, dass sie durch Belastung besser werden. Das klingt wie ein perpetuum mobile – ist aber gar nicht so schwer. Man muss nur zulassen, dass sich nicht viable Systeme bereits im Wachstum zerlegen. Im Rahmen eines Konzerns würde das bedeuten, dass man einfach die Geschäftsfelder machen lässt und wenn sie eingehen, dann lässt man sie eingehen, bevor sie systemrelevant werden. Das ist in etwa so, als würde man zehn Mal aus einem Meter auf den Boden fallen oder – wenn man so ein Geschäftsfeld lange genug mitzieht – eben einmal aus zehn Metern Höhe fällt. Insgesamt wird das System Konzern durch die ständige Belastung durch den Markt stärker. Es muss angemerkt werden, dass Taleb hier im Kern wie ein Judoka denkt: Er nutzt die Wucht des Marktes, anstatt sie als Bedrohung wahrzunehmen, für seinen eigenen Zweck und stärkt das Gesamtsystem – auch auf Kosten des Einzelsystems.

Genau dies kann man auch mit Menschen machen. Es dürfte jedem schon diese Sorte Menschen begegnet sein, die man gern ausblenden würde, denen man aber aus einer morbiden Faszination trotzdem zuhört oder zusieht. Diese Menschen, die in Besprechung senden und senden und am Ende sogar durchsetzen, was auch immer sie sich ausgedacht haben. Dieser Mensch, bei dem man nicht weiß, warum man sich noch auf eine Argumentation einlassen soll, weil am Ende fühlt man sich doof und er hat einen – in Ermangelung eines besseren Wortes – überzeugt.

In der Regel versucht man das entweder hinzunehmen oder zu ignorieren oder mit Rosinante unter dem Hintern und Lanze im Anschlag im Sturmritt auf die Windmühle zu bekämpfen. Da wären wir beim nächsten Bild: Windmühle. Besonders schlimm sind solche Leute ja, wenn sie aus Wind nichts mahlen. Wenn sie im eigenen Fachgebiet wildern, ohne Fachkenntnis und nur auf Grund der Sendekraft Diskussionen aushebeln. Der Fachmann resigniert – weil der Klügere gibt nach. Die Dummen regieren die Welt. Beweis Nummer eins: POTUS.

Jetzt stellen wir uns mal vor, wir könnten die Kraft eines solchen Menschen nutzen, anstatt unsere im WIndmühlensturm zu verschwenden. Man könnte durch Nudging – oh ja, ich habe Misbehaving weit vor der Nobelpreisverleihung gelesen – so eine Windkanone mit Wissen füllen, ihn in die richtige Richtung drehen und abfeuern. Dann kann man sich zurücklehnen und genießen.

Die Idee der Judo-Strategie ist es, die Kraft von einem scheinbar systembedrohenden Faktor dazu zu nutzen, ohne viel eigenen Aufwand, das System zu stärken.

Das ist jedenfalls mal mein Ansatz. Aikido wurde mir als „treffendere Analogie“ angeboten. Aber ich finde Judo immer noch besser. So.

Aus dem Studium: Schreiben III

Einer der wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts sagte zum Thema Satzzeichen mal:

“Multiple exclamation marks,‘ he went on, shaking his head, ‚are a sure sign of a diseased mind.”

― Terry Pratchett, Eric

Man kann daraus lernen, dass die Anzahl der Satzzeichen sich nicht nach Nominativ, Komparativ und Superlativ kategorisieren lassen. Nur verwirrte Köpfe glauben, dass man mittels mehrerer Satzzeichen die Aussagekraft oder auch den Nachdruck in seinen Sätzen steigert. Ich finde ja, dass es höchst selten tatsächlich eines signum exclamationis bedarf. Man kann Sätzen viel einfacher – ok, nicht einfacher, aber schöner – Aussagekraft verleihen. Nehmen wir zum Beispiel:

„Er ging gern angeln.“

Das ist an sich ein klarer Satz mit einer klaren Aussage. Man kann sich kaum widersetzen, den Inhalt zu verstehen. Im richtigen Kontext absolut ok. Versuchen wir es mal mit einer Steigerung:

„Er verspürte ständig den unbändigen Drang, angeln zu gehen.“

So wird schon etwas deutlicher, dass er nicht nur gern angeln geht, sondern dass er das Angeln als Bedürfnis, bei Maslow scheinbar recht weit unten, in sich trug. Man kann das nun noch etwas bildlicher beschreiben:

„Der Drang zum Angeln loderte wie die Feuer der Hölle in ihm.“

Das ist nun schon eine Qualität, welche die Umwelt des Protagonisten etwas unruhig werden lassen kann. Nicht nur, weil Angeln an sich eine recht unspannende Angelegenheit ist, sondern weil man mit so einem Drang auch gern Hindernisse aus dem Weg zu räumen bereit ist. Hindernisse wie Familie zum Beispiel. Aber es geht noch eins besser und hier lassen wir einen Meister zu Wort kommen:

„He piled upon the whale’s white hump the sum of all the general rage and hate felt by his whole race from Adam down; and then, as if his chest had been a mortar, he burst his hot heart’s shell upon it.“

Herman Melville

Der Mann wusste, wie man seinen unbändigen Drang, einen Fisch nach Hause zu bringen, Ausdruck verleiht. Das alles funktioniert ohne multiple Satzzeichen. Mal ehrlich, ist die Steigerung nicht auch viel offensichtlicher als „Er ging gern angeln!!!“. Das einzige Bild, was sich dabei bei mir im Kopf entwickelt ist ein älterer Herr mit wirrem Haar und Badehose, der mit einer Rouladennadel versucht Forellen aufzuspießen.

Was ich mit all dem zu sagen beabsichtigte ist, dass Sprache genug Möglichkeiten bietet, um Steigerung zum Audruck zu bringen. Dazu sei auch auf einen Großmeister der Sprache hingewiesen – im Club der toten Dichter:

“So avoid using the word ‘very’ because it’s lazy. A man is not very tired, he is exhausted. Don’t use very sad, use morose. Language was invented for one reason, boys – to woo women – and, in that endeavor, laziness will not do. It also won’t do in your essays.”

Aus dem Studium: Schreiben II

Nachdem meine Frau ihre kreative Phase bis zur Erschöpfung ausufern hat lassen, fühle ich mich bemüssigt, gleich den zweiten Teil zu verfassen.

Kreativität geht in der Regel – wie Frau Jottpunkt schon bemerkte – nicht auf Knopfdruck. Es geht aber auch nicht, indem man sich einfach aufs Klo stellt – wobei Dusche ganz gut geht, aber man hat selten was zu schreiben dabei und so verpuffen die Ideen wie die Entwicklungshilfe in Dritteweltdiktaturen.

Nachdem wir uns aber schon mit den grundsätzlichen Quellen für kreatives Schreiben beschäftigt haben, geht es nun um die Umsetzung. Dazu ist es erstmal wichtig, die Inspiration zu ordnen. Da einen so ein Impuls schonmal an den ungewöhnlichsten Orten übermannenmenschen kann, sollte man sich überlegen, wie man sowas notiert, organisiert und abrufbar macht. Ich für mein Teil merke mir das – wenn man das etwas Old-School machen will, nimmt man ein Notizbuch. Ist man Frau Jottpunkt, dann hat man OneNote auf jedem erdenklichen Gerät. Aus solchen Ideen spinne ich dann im Kopf schonmal ein Grundgerüst. Steht das Konzept im Kopf soweit, kann man anfangen zu tippen. Früher – also in den 90ern – hat man dafür bei der Truppe den Spruch „Denken – Drücken – Sprechen“ gehabt. Das bezog sich auf Funken und hatte den wesentlichen Inhalt „Erstmal nachdenken, was man sagen will, dann kurz fassen, dann Sprechfunktaste drücken – dann reden“. Da hat sich nix geändert. Ausser, dass man anstatt der Sprechfunktaste eben die Computertasten drückt und statt reden schreiben passieren sollte.

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Quelle: http://pbs.twimg.com/media/BYc4B2xIMAA-OOa.png:large

Der Leser hat ja nun auch nicht alle Zeit der Welt und will gern gefesselt werden. Der Kunde ist quasi König und daher will gelernt sein, wie man ihn so erzieht, dass er dran bleibt. Das gelingt eher nicht mit „Hör ma…“ sondern eher mit einem guten Einstiegssatz. Was einen guten Einstiegssatz ausmacht, hängt nun wieder davon ab, wen man eigentlich als Leserschaft gewinnen will. Der Oberstudienrat im 54. Lebensjahr mit einer Affinität für Thomas Mann, Franz Schubert und BDSM wird kaum auf einen hippen Text ansprechen. Probieren wir mal den Einstiegssatz für ihn:

„Zu den sanften Klängen von Schuberts Forelle betrat der Zögling das Zimmer des Rektors.“

Damit könnte man ihn fesseln. Ob man sich auf dieses Niveau begeben mag, um einen Oberstudienrat in den illustren Kreis der eigenen Leserschaft zu locken bleibt jedem selbst überlassen. Will man jedoch den 23jährigen BWL-Studenten mit Hang zum Veganismus und der Freude an auflockernden Substanzen gewinnen, dann wäre folgender Satz eventuell besser geeignet:

„Während aus Bens Zimmer noch der derbe Bass hämmerte, prüfte Mia den Stand des Dax. Fuck. Weed and Greed don´t mix.“

Hippe englische Vokabeln. Ein für BWL-Verhälntnisse schlaues Mädchen – warum würde sie sonst den Dax checken. Jeder weiß, dass nichts den Markt schlägt. Dazu etwas Mucke im Hintergrund. So klappt das mit dem Nachbarn. Als dritte Gruppe wäre zu überlegen, wie man einen durchschnittlichen Mitarbeiter im Bereich Hochbau erreichen könnte:

„OPFER DES SEXTERRORS! Wir waren Freiwild. Waren die Migranten schuld?“(frei nach http://www.krone.at vom 05.01.2015)

Das ist mal ein anderes Kaliber. Aber alles im Sinne des Konsumenten. Immerhin hat er da alles, was man so braucht, um das harte Tagewerk zu vergessen. Latenter Voyeurismus, etwas Sex, etwas Gewalt und am Ende hat man es ja ohnehin immer gewusst, dass sowas immer von Migranten kommt. Einen Einstiegssatz haben wir noch:

„When Mr. Bilbo Baggins of Bag End announced that he would shortly be celebrating his eleventy-first birthday with a party of special magnificence, there was much talk and excitement in Hobbiton.“

Damit bekommt man mich. Solche Sätze, gern auch Bronzesätze, denn sie sind wert, dass man sie in Bronze gießt, vergisst man so schnell nicht.

Wir können also sehen, dass Einstiegssätze wichtig sind – aber auch davon abhängen, wen man haben will auf seiner Seite. Das nächste Mal geht es dann um mehr Sätze. Ganze Ab-Sätze quasi. Wie sie sehen – I prefer my puns intended.

Aus dem Studium: Schreiben

Im Rahmen eines Studiums wird man früher oder später in die Verlegenheit kommen, etwas zu schreiben – wir sprachen bereits  darüber.

Nun gibt es neben dem wissenschaftlichen Abfassen von mehr oder weniger belanglosen Texten auch noch so etwas wie „Schreiben zum Vergnügen“. Darüber wollen wir nicht sprechen und ich jetzt nicht schreiben. Worüber ich schreiben und was ich euch vielmehr mitteilen möchte, ist

So lauschet meinen Worten...
So lauschet meinen Worten… Quelle: https://goo.gl/igsWrx

kreatives Schreiben. Das habe ich schon einmal getan, soll aber nun etwas ausführlicher geschehen – und das nicht nur, weil es Teil meiner Note ist, sondern auch, weil ich finde, dass man im Studium mal ein klein wenig davon gehört haben sollte. Da bis dato kein Dozent und keine Lehrveranstaltung produktiv etwas zu diesem Thema getan hat, hier nun meine – wer mich kennt nicht gerade bescheidene – Meinung.

Kreatives Schreiben soll ja mehr oder weniger Spaß machen – sowohl beim Schaffen als auch beim Rezipieren. Dazu ist es wichtig, zu wissen, woraus sich Schreiben speist – quasi die Quelle. In alten Zeiten – nein, nicht in den 70ern – war das einfach. Homer rief einfach eine Dame im zeitgemäßen Outfit an, sie solle doch nun mal übernehmen und ihn ordentlich inspirieren.

„Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus…“

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Quelle: https://goo.gl/QdChQo

Das funktioniert heute in etwa auf die gleiche Art und Weise wie damals. Man lehne sich entspannt zurück und genieße ein Tabakerzeugnis – quasi ein Joint Venture mit seinem Hirn. Das ist sehr modern, sehr kreativ, macht sehr durstig und die freundlichen Damen und Herren der Exekutiv etwas unrund. Das kann aber zum Ziel führen. Betonung auf kann. Es kann nämlich auch dazu führen, dass man die nächste Zeit mit einem süffisanten Grinsen auf den Lippen gedanklich Einhörner füttert und sich wundert, warum die anderen Menschen im Park die Musik nicht hören, zu deren Takt man sich wiegt.

Sehr viel schwerer ist es, das Unterfangen etwas zu schaffen, ohne ein erweitertes Bewusstsein anzugehen. Dazu gehört nämlich entweder ein umfangreiches Wissen, eine umfangreiche Weisheit oder eine unbegrenzte Dreistigkeit – letzteres dazu, einfach abzuschreiben.

Wissen ist so eine Sache. Man kann ja nur jedem Menschen empfehlen, vor dem Schreiben erstmal zu lesen. Viel zu lesen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, Masse zu erfassen, sondern auch zu diversifizieren. Erst durch die Kombination von vielen Impulsen und die Erkennntnis, welche Vielfalt Sprache bietet, kann man kreativ schaffen. Mit dem entsprechenden Wissen kann man dann auch ganz technokratisch Texte produzieren. Es soll aber auch vorkommen, dass die schiere Menge an Wissen in der Kombination emergente Erkenntnisse hervorbringt, die dann aus einem hervorplatzen. Schön an der Produktion und der Distribution von Texten – gespickt mit Wissen, Schönheit, Weisheit – ist die Skalierbarkeit. Ohne großen Mehraufwand erreicht man einen oder auch tausend Menschen. Damit sollte man mal versuchen als Autor Venture Capital zu akquirieren. Texte sind skalierbar, disruptiv und innovativ – alle Triggerworte des modernen Start-Ups.

Was die Produktion von Texten auf der Basis von Weisheit angeht habe ich wenig Erfahrung. Weisheit kann sich aus Lebenserfahrung, reger sozialer Interaktion oder aus göttlicher  Inspiration speisen. Alle drei Dinge sind jetzt nicht so meins – also so garnicht. Über-haupt-garnicht. Erstens bin ich noch nicht so alt, zweitens sind Menschen mir eher so unangenehm und wenn ich mit Gott rede, dann rede in der Regel ich und lasse ihn nicht zu Wort kommen – also von daher auch wenig Chance, dass er mich inspiriert.

Ich könnte nun sehr weise sagen, dass Weisheit erstmal bedeutet zu glauben, bevor man wissen kann. Polanyi zitiert in seinem Buch Augustinus mit diesem paraphrasierten Satz – und ich kann mich hier nur anschließen. Als großer Freund der Kohärenztheorie muss ich quasi in den Chor einstimmen und sagen: Wen man von etwas wissen will, dann muss man erstmal an bestimmte Axiome glauben. Wenn man aber nur vom Glauben – also aus Weisheit – schon einen Text produziert, dann ist das eventuell kreativ, aber nicht unbedingt wissenschaftlich. Da es hier aber prinzipiell um kreatives Schreiben geht und nicht um wissenschaftliches, hat es auch seinen Platz.

Soviel zum Quell der Inspiration. Wie man dies dann in einen Text kreativ umsetzt, davon soll der nächste Artikel handeln.

Amtsblatt – Die Idee Projekt Sushi-FM

Eine ehemalige Kollegin hat sich wieder mal nicht schnell genug wegducken können und ist nun um die Erfahrung reicher, ein Teilprojekt zu leiten. Da mich ja quasi alles interessiert und ich im Wegducken auch nicht so begabt bin – und ja, weil ich auch gern meine Nase in alles reinstecke, was neu und bereichernd sein kann*) – habe ich mal die Antwortoption „Hilfe gewähren“ gedrückt. Wenn ich nicht Probleme mit den Nutzerrechten bekommen würde, wäre jetzt hier ein Bild aus „300“ und der Unterschrift „I am a generous god.“ eingefügt.

*) Bei dem ich als der Klügste im Raum dastehen kann.

Also worum geht es – im Sinne von Mito sei hier schonmal die Spannung genommen: Es geht um die Zukunft des Facility Managements in Österreich. No big deal. Nur eine Wachstumsbranche. Nur ein Wahnsinnsmarkt. Nur mal eben so.

Wenn mich jemand fragt, was ich mache, dann hängt meine Antwort in der Regel davon ab, ob ich ein Gespräch haben möchte oder nicht. Sage ich nur Business Development im Immobiliensektor bin ich interessant. Sage ich Facility Management oder Gebäudedienste, dann bin ich raus – mit dem Hausmeister mag niemand sprechen. Bis das Leuchtmittel kaputt oder die Lüftung ausgefallen ist.

Das Facility Management hat ein Problem. Ich erkläre das gern zum Sushi Problem. Für den Laien ist Sushi Reis mit rohem Fisch. Es ist schwer einem Laien klar zu machen, warum er für Reis und rohen Fisch einen hohen Preis zahlen soll. Das wird ihm erst klar, wenn mal bei einem schlechten – in der Regel billigem – Sushi-Restaurant Gast war. Das Problem erweitert sich dadurch, dass er daraus in der Regel nichts lernt. Er wird weiterhin billige Sushi-Restaurants aufsuchen oder alle Sushi-Restaurant verteufeln. Ebenso ist es mit Facility Management. Das Bewusstsein, was das Management einer komplexen Immobilie bedeutet wird in der Regel erst dann bewusst, wenn man den falschen Dienstleister hat. Die Bedeutung der Reinigung, der Wartung und Inspektion oder auch der Beratung zur Nutzungsoptimierung wird erst dann deutlich, wenn es nicht funktioniert. Sonst ist das so etwas wie das Hintergrundgeräusch in der Stadt – es nervt und man findet sich damit ab, da man ja hip und urban leben mag. Das braucht dann eben gut qualifizierte und in der Regel gut bezahlte Leute.

Wo setzt man nun an, wenn man das Facility Management in der Zukunft in den Köpfen der Kunden und Auftraggeber neu positionieren möchte. Bingo. Bei den Leute, die mit den Kunden und Auftraggebern zu tun haben. Also bei den Facility Managern. Leider ist es schwer, gegen schicke neue Arbeitgeber als „place to be“ anzutreten, wenn man nicht einmal bei den Chicks landen kann mit „Ich bin im Facility Management, Baby.“ Es fehlt einfach das … das … es fehlt einfach, ok?

Das Projekt setzt jetzt dort an: Welche Leistung des Facility Managers ist nicht digitalisierbar? Antwort: Der Beratungs- und Interpretationsanteil. Daten bekommen wir über Building Information Management, Daten verwalten wir über das Computer Aided Facility Management System, Wartung und Inspektion machen wir mit Predictive Maintenance. Nur all dies nutzt wenig, wenn es keiner beherrscht und keiner kommunzieren kann – mach deine Arbeit und rede darüber ist eben auch die halbe Zukunft.

Um das alles zu beherrschen brauchen wir also einen Praktiker, der technisches Know-How hat und eine gewisse Praxis – also zum Beispiel einem HTL-Abschluss. Nach drei Jahren Praxis mit wachsendem Verantwortungsbereich und erster Führungserfahrung bauen wir dann mit Schnittstellenwissen zu den angrenzenden Disziplinen, betriebswirtschaftlichem und strategischem Wissen im Rahmen eines Masterstudiums auf. So der Plan.

Triff mich nächste Woche, wenn ich etwas tue, was ich immer gehasst habe: Einen Fragebogen finalisieren, um eine Basis zu schaffen. Qualitative und quantitative Methoden – yeah.