Archiv der Kategorie: Denken

EDUPNX | Sphärendenken

Die @bildungspunks haben ja nun schon das eine oder andere Mal ein tolles Thema ausgewählt, in das ich mich als nicht-Lehrkraft eingemischt habe und da will ich auch dieses Mal nicht kneifen. Ich bin zwar nicht klassisch Lehrer und wenn ich meine Kinder sehen will, dann veranstalte ich ein Meeting an der Arbeit. Früher hätte ich dafür nur bis zum Morgenappell warten müssen – heute ist das komplexer, aber dafür sind es auch weniger Kinder. Der Vorteil mit weniger Kindern, die noch dazu etwas – nur etwas – homogener sind, ist ja, dass man Sachen ausprobieren kann, die man spannend findet und dass man sich als Pädagoge im wahren Wortsinne betätigen kann. Noch besser ist, dass ich niemanden fragen muss, was ich machen möchte, da … nun, da ich eine ziemlich coole Liberoposition in meinem beruflichen Kontext habe.

Das Thema diesen Monat ist design thinking und ich muss gestehen – es klingt wie arkaner Schabernack. Das Konzept, man müsse nur ein kreatives Umfeld schaffen und die Leute mit einer passenden Kombination an Fähigkeiten zusammenbringen klingt ein wenig nach begging the question – wenn es nicht klappt, dann lag es am Gruppendesign oder am Umfeld. Man könnte auch einen infinite loop basteln denn um ein gutes Umfeld zu designen und die richtigen Leute zu kombinieren braucht man eigentlich auch nur design thinking zu machen. Andersherum ist das Ergebnis dadurch getrieben, wie man das offene und kreative Umfeld gestaltet und die Leute kombiniert – eigentlich ideal, denn damit ist das Ergebnis immer optimal. Das ist quasi der Heilige Gral der politischen Kommissionen. Man kann nichts falsch machen.

Im Kontext des Lernens erschließt sich mir der Sinn von design thinking noch weniger. Ich denke es wäre absurd das gesamte Schulkonzept so aufzubauen, dass es diesem Ansatz – und viel mehr ist es nicht – entspricht. Wie beim Bau eines Hauses benötigt es eine solide Basis – beim Innenausbau und dem Wohnraumdesign ist das sicher möglich. Beim Fundament eher nein. Es erfordert eine gewisse Reife und auch ein Skillset, um in einem offenen und kreativen Umfeld ein Ergebnis zu erzielen. Hinzuzufügen ist, dass es ja weder in der Schule noch in einem beruflichen Kontext um irgendein Ergebnis geht. Es geht eher um ein Ergebnis, dass für den Endkunden einen – nicht unbedingt monetären – Wert hat. Wie im agilen Projektmanagement gibt es ein Backlog, gefüllt mit Userstories, die es zu bearbeiten gilt. Dazu kommt der Lehrer als SCRUM Master und der Lehrplanverantwortliche als Product Owner. Es geht also nicht darum, Leute zu kombinieren und dann mal eine Divergent-Phase zu initiieren, um zu schauen, wo das hingeht und was diese Combo aus der Zeit macht.

Jetzt mal zum Schulkontext: Ich kann im Rahmen einer Schule nicht auswählen, wen ich in das Team einbette. Das Team ist gegeben. Ich kann auch nicht das Ziel wählen, denn wie in einem Stage-Gate-Prozess sind bestimmte Meilensteine zu nehmen und die Zeit ist auch nicht unbegrenzt. Das limitiert die Idee des design thinking doch schon deutlich. Die Komponente „offenes und kreatives Umfeld“ ist aber dann irgendwie das Killerargument. In einem Schulkontext, dass es Lehrern ja schonmal gern verbietet, den Mangel an bereitgestellten Material durch eigene Laptop, Tablets oder PC zu ersetzen, ist das Schaffen von Räumen mit der gewünschten Charakteristik doch nur überschaubar möglich. In einem Konzern wird es da schon eher Möglichkeiten geben. Die Wiener Stadtwerke zum Beispiel haben dafür ihre Denkstüberl im Bildungszentrum. Hier sind die Arbeitsbereiche flexibel – als Landschaft zum flegeln, als Arbeitstische, als Arbeitsgruppen oder als Denkkabinette. Die Wände sind beschreibbar und magnetisch. Es gibt einen interaktiven Monitor … und nicht ganz unwichtig: unendlich Kaffee. Wenn ich hier etwas kreativ erarbeiten will, dann kann ich mir aus 16.000 Leuten die passenden herauspicken, einladen und loslegen. Vorausgesetzt jeder hat Zeit. 

Denkstüberl im Bildunsgzentrum der Wiener Stadtwerke.

Das offene und kreative Umfeld – im Bildungszentrum kombiniert mit Kleingruppenarbeitsräumen – ist wirklich zielführend. Ob es so etwas in Schulen gibt und ob es in ausreichender Anzahl vorhanden ist, um damit in der gesamten Schule einen Mehrwert zu erzielen, sei dahingestellt.

Die Teams, in denen ich das Vergnügen habe keine unmaßgebliche Rolle zu spielen, haben als Kriterium, dass das offene und kreative Umfeld eher im Kopf ist. Wie im SCRUM ist es eher ein Mindset und die Zusammenstellung des Teams eher eine langfristige Prägungsphase. Dabei habe ich gelernt, dass ich insbesondere mich selbst zurücknehmen muss und darauf Acht geben muss, dass ich die Leute nicht zu Kopien von mir ausbilde. In der Regel wähle ich die Menschen danach aus, dass sie etwas können, was ich nicht kann, damit wir im Rahmen des Prozesses voneinander lernen können. Dabei betrachte ich mich eher als Begleiter im Arbeitsprozess – ohne in Anspruch zu nehmen, dass ich alles kann und alles verstehe. Ich verstehe nur das Ergebnis – und darauf hin gestalte ich die Convergent-Phase.

Wie auch in einer Schule denke ich, dass dies in einem Projektkontext wirklich gut funktionieren kann – mit Abstrichen, weil no kid left behind und so. Ich kann ja das hochbegabte Kind von einflussreichen Helikoptereltern nicht für „organisiere das Catering“ abstellen. Da wäre der Schulrat aber schneller da als man „special needs parents“ sagen kann. Für die Linie – im beruflichen als auch im schulischen Kontext – glaube ich eher nicht, dass der Ansatz taugt. In diesem Kontext ist design thinking das, was ein Developer Team im SCRUM macht und von daher auch nur eine Ergänzung zu einem Kontext, der per se schon hohe Anforderungen an alle Handelnden stellt. Gemessen daran, dass die Herausforderungen, die sich in Zukunft stellen – für die heute Lernenden und die Problemlöser von Morgen – komplexer werden, ist es sicher nicht verkehrt einen skeptischen Blick in die Richtung design thinking zu werfen. Viel erwarten sollte man sich aber nicht.

Was hat das jetzt mit Sphären zu tun – design thinking besteht eben nicht nur daraus, dass man verschiedene Kompetenzträger in einem geeigneten Raum vernetzt. Es erfordert Menschen, die integrativ und konvergierend denken, die verschiedene Aspekte sehen und verschiedene Perspektiven einnehmen können. Die in einer Emergenzphase auch erlerntes außer Acht lassen können, um verrückte Ideen zu entwickeln. Kurz, Menschen, die sich in verschiedenen Sphären bewegen können – sine ira et studio. Solche Menschen zu finden, zu empowern und auf die Welt loszulassen ist die Aufgabe von Schule – und Eltern, aber da ist in Acht zu stellen, dass Eltern eher try&error-Prozesse in der Erfüllung ihrer Rolle durchlaufen. Dazu benötigt es eine Basis und dann das Experiment, die Verifizierung und dann das Optimieren. Nicht mit der komplexen Methode oder dem Ansatz beginnen. Design thinking – oder um es beim Namen zu nennen, Agiles Denken – ist nichts für die Grundlagenlehrer – sondern für das Optimieren von Charakter, Geist und Fähigkeit. Sphären zu beherrschen ist die Königsdisziplin – mit dem Quadrat beginnen und dann mehr und mehr Ecken hinzufügen, bis es ein Kreis wird.

JAM | Brust oder Keule

Ich sag es mal so – am Ende des Tages gibt es zwei Schlüsselreize: Brüste oder Po. Titten oder Arsch. Da macht sich das Eignungskriterium fest – alles andere ist Auswahlkriterium. Da kann man Punkte machen – aber an der Frage, ob das präferierte Spoilerpaket passt, wird es zum make or break.

Die Frau Pinkshot hat jetzt etwas über den einen Teil der evolutionären Lockmittel geschrieben. Darin geht es um – Brüste. Jetzt ist mir noch kaum jemand aufgefallen, der den Blick auf ein tolles Paar Mammae nicht zu schätzen wusste. Das inkludiert mich. Doch – ich kenne jemanden. Mein ehemaliger Mitbewohner. Der hatte mal eine Freundin. Eine Jugendfreundin. Wie man das damals halt so hatte, wenn man auf dem Dorf gewohnt hat und es sonst nicht viel zu tun hab. Es war wohl auch irgendwie Liebe … bis, ja bis eben die Pubertät einsetze und sie Brüste und er Lust auf Penis bekam. Das war ein toller Satz, wie er mir damals erzählt „Warum musste sie auch Brüste bekommen…“. Macht nix. Hat auch sein Glück gefunden und, um es mit den Worten eines Unterhaltungskünstlers zu sagen, das ist auch gut so.

Wie dem auch sei – es gibt so Mysterien im Zusammenhang mit weiblichen Brüsten, die sind für einen Mann faszinierend. Frau Pinkshot schreibt, dass es generell Frauen gibt, die ihre Brüste dem Man-Handling übergeben und manche mögen es eher so nicht. Dann ist es wieder zustandsabhängig. Ich kann sagen – Männer mit einem Faible für komplexe Systeme ohne direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung, aka Frauen, mögen Brüste. Sie reden auch oft darüber. Mal mehr, mal weniger deftig. Aber im Grunde immer mit der Grundtendenz „Ja, doch, macht das Leben schöner.“

Ich schaue mir gern Brüste an. Dabei ist es weniger die Brust per se, als der Reiz, einen Blick zu erhaschen. Ich bin wohl auch eher atypisch – wenn ich mich in die Schlammzone der Männergespräche begebe, dann folgt der Geschmack eher Hubraum statt Spoiler. Also Größe scheint als wichtig erachtet zu werden. Mein Geschmack ist eher auf kleine Brüste orientiert. Nicht keine, nicht wenig, eben klein. Würde man, wenn man die Reihenfolge der Frauen, bei denen ich es geschafft habe, die komplexe Auswahlprozedur der Zugangsberechtigung zu bewältigen, analysiert, nicht vermuten. Die hatten alle, wie man so sagt, Holz vor der Hütte. Hat ihnen auch immer gut gestanden. Aber wenn man Browserdaten – hahahaha, Inkognitomode – folgen können würden wollte, dann wäre die Sprache eine andere. Von denen würde ich aber auch keine Heiraten. Kleiner Sidestep: Lexy Belle ist eine umwerfend schöne Frau. Ihre Erwachsenenfilme wecken aber rein gar nichts in mir. Der einzig attraktive Film, den sie hat, ist ein Video von Doctor and the medics.

So, zurück zum Thema. Brüste. Also ich mag Brüste und ich habe genügend Erfahrung, um mich an die Handlungsoptionen heranzutasten. Wohl wissen, was Frau Pinkshot schreibt: Da gibt es kategoriale und graduelle Unterschiede. Gegen das Küssen derselben hat sich noch keine beschwert – das ist auch ´ne tolle Geschichte. Fast so toll, wie den Hals zu küssen und leicht…Moment, nicht abschweifen.

Grundsätzlich verstehe ich nicht, wie Frauen unsicher sein können, was ihre Brüste anbelangt. Sicher gibt es welche, die finde ich nicht attraktiv, aber bisher sind mir noch keine an einer echten Frau untergekommen, bei denen ich mir dachte: Meh. Liegt aber auch sicher daran, dass ich Frauen eher schön finde – und damit interessant genug, um den Brunftschrei des Deutschen Hirschs zu intonieren – die mit sich und ihrem Körper im Reinen sind. Die sich aufrecht halten und Ausstrahlung haben.  Da stellt sich das Problem nicht. Wie gesagt – ich mag kleine Brüste und die Masse fantasiert von großen Brüsten. Mit kleinen Brüsten gestalten sich manche Dinge nicht so einfach. Aber ich mag Brüste auch in der verpackten Form fast lieber. Wie ich generell den schönsten Teil von Weihnachten als das Verpackte auszupacken empfinde. Nichts ist so toll, wie ein Blick in den Ausschnitt, dabei ertappt werden, das wissende grinsen auf beiden Seiten, die helle Haut, die in einem schwarzen BH verschwindet. Ich mag Brüste. Es gilt aber auch wie bei allen anderen Dingen zwischen Mann und Frau: Was ihr uns nicht sagt, denken wir uns aus. Also Mund auf – nicht nur dazu – und sagen, was toll ist, was nicht und wann es toll ist und wann nicht. Dann klappt das auch – egal wie groß. Und wenn ihr mal einen Arsch habt, der euch abschleppt und dann sagt, dass die Brüste recht klein sind, dann dürft ihr den auch getrost vor die Tür stellen. Einen Boob-Job für sich und das Ego machen, ist ok. Aber ich hatte nun schon zwei Kolleginnen – eine hat es durchgezogen und eine nicht – die das für ihren „Freund“ tun sollten oder wollten. Was ein Quatsch. Dem ist das auch egal – aber er würde gern vor seinen Kumpels angeben wie eine offene Brause, dass seine Freundin das hat machen lassen und jetzt dicke Töpfe hat. Hände weg von sowas – in jeder Hinsicht.

Am Ende des Tages, sind Brüste für mich aber kein Make-or-Break. Ich gehöre zum anderen Teil der Gattung. Ich schaue auf den Allerwertesten, den Arsch, den Po, den Hintern. Aber das ist eine andere Geschichte….

JAM | Nomen est f**kthis

Ich war vor einiger Zeit – also damals, als man noch jung und das Fleisch willig war – auf einer Podiumsdiskussion zum Thema Deutungshoheit. Ich kann mich an keinen einzigen Namen derer erinnern, die damals Klugheit von der Bühne hinab gesendet haben. Die Inhalte aber beschäftigen mich doch seit dem ich sie damals gehört habe.

Im Kern ging es darum, dass wer die Hoheit darüber hat, wie man eine Sache benennt, der beherrscht sie. Die einzige Frau auf dem Podium brachte auch die beste Analogie: Wie das Rumpelstilzchen, das seine Macht und seinen Schrecken verliert, als der Name bekannt wurde, so ist es auch heute – politisch, sozial und persönlich. Politisch ist es offensichtlich: Jemand einen Terroristen zu nennen oder einen Freiheitskämpfer ist wesentlich für die Wahrnehmung, denn die – man lese das in einem verächtlichen Tonfall – Leute sind nicht mehr willens oder in der Lage, sich selbst ein Bild auf Basis von Fakten zu machen. Zur Distinktion möchte ich hier anführen:

 

Es reportet eigentlich auch niemand mehr Fakten. Es gibt nur noch Bilder und Gegenbilder. Selber denken ist viel zu zeitaufwändig. Lieber schön unter dem Deckmantel der Schwarmintelligenz die Mündigkeit des freien Geistes abgeben. Man klebt auch entspannter, wenn man weiß, dass die Meinung des eigenen Kosmos schön plangeschliffen ist. Harmonie ist Trumpf.  Insofern wäre es ja schon beinahe schändlich sich nicht der tumben Masse zu bedienen und ihrer Befindlichkeiten und Limitierungen zu bedienen, um sich das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Mögen sie mich hassen, wenn sie mir nur glauben. Im klassischen politischen Kontext ist der Souverän genau dazu da: Der Souverän entscheidet über den Ausnahmezustand. Er erklärt die Welt, wo es noch keine Regelung gibt. Er deutet alles, wozu es noch keine Deutung gibt. Er sagt, was der Fall ist.

Im sozialen Kontext ist die Idee der Deutungshoheit auch zweigleisig. Ich kann mich einfach so positionieren, dass ich immer der Schlauste im Raum bin. Oder dass ich immer genug Erfüllungsgehilfen um mich habe, um meine Absichten zu realisieren. Das ist das Prinzip einer klassischen Gang – ein Kopf, ein Leutnant und viele Drohnen. Was wahr ist, ist nicht was der Fall ist, sondern was de Capo sagt. Das ist für alle Beteiligten das Optimum. Jeder hat seine Rolle – Streit regelt die pater potestas. Auch Freundesgruppen bauen sich so auf – man umgibt sich ja mit Menschen, die einem angenehm sind. Das Ganze hat aber ein Haken – woher soll Entwicklung kommen, wenn alle in Harmonie schwingen – und wie bitte sollen neue Situationen bewältigt werden, wenn der Zustand aller gleich getaktet ist. Wer immer der Klügste im Raum ist, der macht was verkehrt – entweder in seiner Wahrnehmung oder in seiner Anforderung an sich selbst. Der Dumme wähnt sich ja auch nicht zu den Dummen gehörig – und nichts ist schwerer, als jemandem etwas zu lehren, der meint, er kann es bereits. Wer aber weiß, dass er auf einem hohen Intelligenzniveau operiert und sich dann permanent mit Leuten umgibt, die zu ihm aufschauen, der ist intellektuell arm. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich auch mit Leuten zu umgeben, denen man dann hilft, sich aufzuschwingen – zu lernen. Aber ein Lehrender, gleich in welchem Umfeld, muss auch mit anderen, schlaueren und klügeren Menschen zusammenkommen, um weiter zu wachsen. Wer aufhört besser sein zu wollen, hört auf gut zu sein. Stillstand ist Rückschritt. Das trifft auch auf Freunde zu – sicher braucht man die, die einem Ruhe geben und mit denen man auf einer Wellenlänge schwimmt. Aber man braucht auch den Freund, der unbequem ist, der einem sagt, dass das, was man da denkt, ziemlicher Unsinn ist.

Im persönlichen – und sie ahnen es schon, dass ist der eigentliche Grund dieser Therapiesitzung – benennt man auch Dinge und Sachverhalte. Schokolade ist ein Glücklichmacher und kein Gift für den Sixpack. Fitnessstudio ist die Muckibude anstatt das Kardiocenter. Kokain ist die Droge, von der man abhängig ist, obwohl man weiß, dass sie schadet. Ich habe Dinge benannt – weil ich es auch als Ausrede brauche. Man ist nunmal abhängig. Kannste nix machen. Es ist, wie es ist. Solange ich den Namen des Rumpelstilzchens nicht kenne, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als damit zu leben. Tja. …. ….. muss man nicht. Ich habe den schönen Term greengrocer´s apostrophe kennen lernen dürfen. Das ist etwas, was nur ein Gemüsehändler macht – ein Deppenapostroph. Ein Apostroph ist quasi ein Auslassungszeichen. Ich werde mich mal darin versuchen, etwas umzulabeln. Rebranding. Weg von #kokain und hin zu #ga – eben für greengrocer´s apostophe. Das passt viel besser – something only a dumb person does. Mal sehen, ob das hilft, die Sache zu beherrschen.

JAM | Phantasialand

Man könnte ja jetzt mit einem abgedroschenen Zitat beginnen, aber dann fällt mir nur wieder ein, warum Menschen in der Regel wenig interessant sind: Phantasie ist nicht unbegrenzt – gerade die Phantasie ist bei der überwiegenden Mehrheit der Menschen ausgesprochen begrenzt.

Frau Pinkshot hat wieder etwas geschrieben – also genau genommen hat sie mehrere Dinge geschrieben, aber zum Thema Zirkumzision mag ich mich nicht äußern. Zum Thema „Oh Gott, ich bin kein Mann mehr, weil meine Freundin einen kleinen elektronischen Liebhaber hat…“ mag ich auch nichts mehr sagen. Oder doch: Man up. Das Ding gibt dir die Freizeit für World of Warcraft. Ist ja nicht so, als würdest du nicht ab und an im Internet nach Unterhaltungsmaterial für spezielle Momente suchen und…die Sache in die Hand nehmen. Also: Thema durch.

Kommen wir zum neuen Thema. Phantasien. Menschen und ihre Kinks und Nooks und … Dinge, die sie „klick“ machen lassen. Meiner Erfahrung nach wissen die wenigstens Menschen, was sie „klick“ machen lässt. Für die meisten ist die „5-Minuten-Terrine“ ausreichend und … das ist ok. Verpassen sie halt alles andere. Oder auch nicht. Suum cuique wie der Feldjäger sagt. Für jemanden, der gern in die Lernzone kommen und Leute dabei an der Hand nehmen, um gemeinsam da hin zu gehen. sind solche Menschen ungemein … langweilig. Als ich mein Gänseblümchen kennen gelernt habe, war sie 20 – und sie war wundervoll. Leider war sie damals noch sehr zurückhaltend und still. Das hat mich schon gefuchst. Heute – mit Lebenserfahrung und einem umwerfenden Durst nach Aktivitäten – passt das so hervorragend. Es ist also nicht nur der Mensch, es ist auch die Zeit, zu der man sich trifft.

Woher kommen Wünsche und Phantasien – sie kommen aus Erfahrung. Zu meiner Jugend war Selbstbefriedigung bei Jungs schon normal – man konnte sehr gut erfahren, was einen anmacht. Man dachte ja irgendwie automatisch an die richtigen Dinge. Bei den Mädls war das eher nicht der Fall. Statistiken gingen ja damals davon aus, dass nur 20% der Mädls Erfahrungen mit sich selbst machen. Wie zum Henker sollten sie dann einem Mann oder Jungen sagen, was sie wünschen. Der Typ hat mal – das kann ich aus eigener Erfahrung sagen – keine Ahnung, was zu tun ist. Ohne Hilfe kommt er auf jeden Fall zu seinem Vergnügen. Für sie wird es schwer, ein gesteigertes Interesse an der Befriedigung seiner Bedürfnisse zu entwickeln.

Fast Forward heute. Ich weiß heute sehr wohl, was mich anmacht und ich bin auch offen genug das direkt zu kommunizieren. Ok, einen Kink eher nicht, der gehört nur mir – aber alles, was mit Partnerschaft zu tun hat, lebe ich eher offen. Interessant dabei ist, dass das sehr abhängig vom Partner ist. Manche Dinge gehören zu manchen Menschen. Manche Dinge gehören zu mir. Zu mir gehört zum Beispiel ein Dominanzverhalten. Ich mag es Menschen im Alltag zu dominieren und ich mag das auch im…eigentlich überall. Das ist eine der anderen Sachen – ich hab kein Problem mit Öffentlichkeit. Wenn ich dem anderen Menschen an den Arsch greifen möchte, dann mache ich das. Das Gänseblümchen mag das, wenn ich übergriffig werden – und hat ein Problem mit Öffentlichkeit. Das macht es doppelt interessant. Für uns beide.

Frau Pinkshot schreibt auch über Tease&Denial. Das ist etwas, was ich gut verstehen kann. Da habe ich letztens einen Blogpost gelesen, in dem sie beschreibt, wie sie seine Hände an die Wand legt und dann beginnt langsam ihre Aktionen zu setzen und jedes Mal, wenn seine Hände von der Wand weggehen, beginnt sie wieder von vorn. Unglaublich erotisch. Unglaublich anmachend. Das ist einfach eine Machtphantasie. Das ist einfach Herr der Situation zu sein und ich muss sagen, dass ich das in jeder Situation mag.

Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich Dominanz sehr mag. Das Ruder übernehmen. Zu bestimmen, wann sie explodiert – und mit einem Blick ihre Augen zu Boden sinken zu sehen. Ein leichter Druck auf die Schulter, und sie geht auf die Knie. Eine Hand am Hals, das Kinn anhebend, damit sie in meine Augen sieht. Ich mag das sehr. Ich hab aber auch schon geschrieben, dass manche Dinge personenbezogen sind. Mit dem Kokain war die Phantasie immer, dass sie das Ruder übernimmt. Kein anderer Mensch hat das je ausgelöst. Ist aber unerfüllt. Daher erstmal im Kasten „Ablage“.

Fest steht aber auch, dass man darüber reden sollte. Es ist sicher nicht für jeden Menschen ratsam, ihn von 0 auf 100 zu katapultieren. Das kann traumatisch werden. Es geht nicht um das verheimlichen. Es geht darum, die Umsetzung mit einem annehmbaren Tempo zu gestalten. Aber darüber reden ist wichtig – und auch das ist ein Problem. Worüber redet man, wenn der Partner nicht weiß, was geht und was ihm Spaß macht. Da braucht es dann einen erfahrenen und einfühlsamen Partner. Probieren ist in dem Gebiet durchaus ein Minenfeld. Aber das entbindet einen nicht vom reden und testen. Lernzonen sind die Wundertüte im Bett. In dem Zusammenhang eher die Zuckertüte für die Partner, der herangeführt wird – zur Einschulung in die sexuelle Grundschule. Der führende Partner muss sich nur bewusst sein, dass er hier Weichen stellt. Wie der Grundschullehrer, der Spaß an der Schule erhält oder gleich den Spaß am Lernen tötet.

„Sein sexueller Wunsch ist mir Befehl“ titelt die Frau Pinkshot. Das stimmt für die ideale Partnerschaft mit Sub und Dom. Aber was wichtig ist, steht weiter unten im Text – nicht voraussetzen, dass der andere ahnt, was man will und warum man das will. Sein Wunsch ist quasi der Stepstone für eine gemeinsame Phantasie. Dazu gehört auch zu akzeptieren, wenn das nicht passt und in meinem Fall zu akzeptieren, dass ich mehr als einen Menschen brauche, um meine reichhaltige Phantasie zu leben. Das ist nicht, weil ein Partner das nicht „macht“, sondern weil manche Phantasien zu bestimmten Menschen gehören. Wäre sonst wie das Phantasialand mit nur einem Karussell.

 

EDUPNX | Alles, was man können muss…

Ende der 90er Jahre bis Anfang der 0er hat eine Seuche grassiert – und ich meine nicht die Start-Up-Economy und den Aktienboom. Ich meine die Idee, die mit Dietrich Schwanitz aufgekommene Seuche einen Bildungskanon zu verfassen. Selbst ein großer Mann wie Reich-Ranicki hat sich dazu hergegeben im Spiegel ein „Alles, was man lesen muss“ zu publizieren. Das zementiert den archaischen Gedanken, dass Menschen mit dem ledergebundenen Brockhaus in der altdeutschen Eiche-Imitat Schrankwand zum Bildungsbürgertum gehören. Es sind deren Kinder, die heute verstohlen auf die AfD schauen und CDU wählen. Es war eine einfache Zeit: Was im Brockhaus – der Ausgabe von 1972 – stand, war der Fall. Die Welt zwischen 52 Buchdeckeln. Man wusste, wo es steht und mehr Bildung war nur etwas für die Professoren, die jedes Jahr die gleiche Vorlesung zu Adorno halten und sich an ihre revolutionären Tage erinnern – die in der Regel daraus bestanden, bei einem Rudi Dutschke Zitat zu nicken und dann brav in die Vorlesung zu gehen, die sie heute wiederholen.

Kleiner Zeitsprung nach vorn: Die Welt ist VUCA – nein, das ist nicht die Freundin von Chewbacca, dem Wookie. Nein, VUCA steht für

  • Volatility
  • Uncertainty
  • Complexity
  • Ambiguity

und das interessante dabei ist: Die Welt war das schon immer. Wir haben das nur nicht so wahrgenommen, da die Prozesse etwas langsamer verliefen und die Wahrnehmung nicht so weitreichend war. Etwas beängstigend dabei ist: Aktuell tritt die unsichtbare Hand noch weiter auf das Gaspedal. Wir beschleunigen. Aus dem Opel Kadett ist auch mittlerweile ein BMW X6 geworden. Wir können uns jetzt überlegen, wie wir weiterkommen, ohne eine Bauchlandung zu machen.

Gott sei Dank hat nicht nur die Fahrzeugtechnik Fortschritte gemacht. Früher konnten wir eine Karte aus Papier nutzen, um uns zu orientieren. Da gab es Hotels an den Autobahnen nach Süden, in denen man Rasten konnte und sich neu orientieren durfte. Dann genoss man die Landschaft während der Fahrt. Der Hund saß mit auf der Rückbank. Die Autos wurden schneller, stärker, größer und die Hotels weniger. Man fuhr durch bis nach Süditalien. Dank des Navigationssystems musste man auch nicht mehr große Karten auffalten und die Kinder waren Dank mobiler Geräte auch pflegeleichter.

Das klingt jetzt alles mal nicht so sehr nach Bildung und dem Thema des Monats der Bildungspunks. Ich könnte jetzt einfach zum Punkt zurückkommen. Wenn wir Bildung heute noch als starre Vermittlung von historischen Weisheiten ansehen, dann werden wir versuchen mit einem Opel Kadett auf der Infrastruktur von 2020 zu fahren. Bildung ist nicht Wissen zwischen Buchdeckeln. Bildung ist, wie ein nie versiegender Quell an Informationen so schön postet:

Ich möchte euch diesen Account auch sehr ans Herz legen – kaum jemand überfordert mich zeitlich so sehr, wie @seni_bl. In positiver Weise. Ihre Artikel stapeln sich auf meiner to-do-Liste.

Weiter im Text. Wir bilden heute – ob in der Schule, im Studium oder im Arbeitsleben – Menschen für etwas aus, von dem Niemand weiß, was es sein wird. Wir vermitteln im Prinzip nicht mehr als Lebensweisheiten. Ich spreche hier nicht von den ersten 6 Jahren der Grundlagen. Ich spreche hier davon, was wir speziell nicht tun: Wir bilden keine kreativen Köpfe aus. Keine Menschen mit Visionen. Wir vermitteln Lehrpläne und reproduzieren uns selbst. Was wir brauchen, um in einer VUCA-Welt zu leben, sind aber Menschen mit Visionen, Verständnis für Komplexität, Klarheit in der Kommunikation und…Agilität.

Jetzt ist mein Menschenbild kein besonders positives. Kaum ein Mensch in meinem Umfeld schafft es, mich über seine Funktion hinaus zu begeistern. Aber wenn es einer oder ich muss sagen eine – und ja, ich arbeite lieber mit Frauen zusammen – schafft, mich durch wachen Blick, Lernwilligkeit und gutes Potential zu begeistern, dann bin ich auch gewillt, was zu vermitteln. Was ich nicht mache, ist ein Lehrplan. Was ich nicht mache ist zusammenzuschreiben, was sie oder er lesen soll. Was ich mache ist: Ich zeige ein Problem und begleite den Lösungsprozess. Man glaubt gar nicht, was ich dabei alles lerne – und mein Padawan gleich mit. Agilität im Prozess der Entwicklung eines Menschen ist für den Lehrenden heute ungemein wichtig – denn niemand mit Verstand kann annehmen, dass er Inhaber der Lösungen ist, die kommende Probleme fordern. Viel wichtiger sind offenes Denken, sich als Lehrender nicht in den Mittelpunkt der Erkenntnis stellen. Keine Lösungen vorbeten und schon gar nicht ein Lösungsbuch verfassen.

Agiles Lernen bedeutet dabei nicht Doxographie – es bedeutet vorzuleben, dass man jetzt nicht eine Stunde Betriebswirtschaft macht, sondern sich darauf einzulassen, sich mit dem Lernenden auf eine gemeinsame Reise zu machen und Erkenntnisklippen zu entdecken – und sich zu trauen darüber zu springen. Wenn man dann eine Vision hat, Situationen analysieren und verstehen gelernt hat, komplexe Sachverhalte klar kommunizieren kann und sich eine Agilität im Denken zu Eigen gemacht hat, um nicht eindeutige Sachlagen zu meistern, dann ist man in der Lage auch neue Situationen zu meistern. Situationen, auf die der Brockhaus nicht vorbereiten kann. Situationen, für die der Brockhaus nicht mal einen Buchstaben hat. Ich habe drei Arten von Padawan:

  • Komplementäre – Darth Koks in meinem Fall. Jemand, der das kann, was ich nicht kann und wir wachsen gemeinsam.
  • Verstärker – Darth Jes in meinem Fall. Jemand, der kann, was ich kann, der aber darauf fokussiert ist, wo ich es in der Oberfläche beherrsche.
  • Symbionten – Darth Bambi in meinem Fall. Jemand, mit dem ich ein Autorennen fahre, wobei sie ein Luftkissenboot fährt und ich ein BMW. Sie wählt die Strecke. Quer durch Holland…und ich lache, wenn ich sie davonfliegen sehe….

Agilität bedeutet auch alle drei zu entwickeln. Allen drei gerecht zu werden. Anstatt einen Lehrplan – Chancengleichheit und so – gibt es für jeden eine individuelle Lösung und ein gemeinsames Telos: Menschen empowern. Ich liebe es, ein Sith Lord zu sein – und ja, ich breche auch hier mit der Tradition: Nicht nur ein Meister und ein Schüler, sondern ein Ermöglicher und drei Zukunftsträger. Das ist mein Ansatz für mein persönliches Ziel:

I want to put a ding in the universe. Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thinking.“

Das kann man nicht mit einem fixen Kanon erreichen. Das kann man nicht durch bornierte Reproduktion des eigenen Selbst erreichen. Das, was Menschen in der Zukunft brauchen lässt sich nicht prognostizieren – aber das wir Menschen ermöglichen, in der Welt als Menschen zu bestehen, das traue ich mir zu vorherzusagen. Alles andere können Maschinen besser.

Danke an die #edupnx für das Thema. Es ist immer wieder eine Wonne von euch zu lesen.

JAM | Lost&Found

Mit wachsendem Lebensalter ändern sich ja Dinge. Es ist nicht mehr so wichtig, das richtige Logo am Kühlergrill zu haben – dafür sind beheizte Sitze im neuen Auto eine interessante Sache. Das ist auch lustig, weil man jetzt in dem Alter ist, in dem man sich das wirklich coole Auto leisten könnte – aber seien wir ehrlich, wer will sich mit 50 noch aus einem Golf GTi schälen und dabei die Agilität eines Hohlblocksteins an den Tag legen. Bringt die Miezen auch nicht ans Gerät – dazu braucht man ja einen sauber geshaveten Drei-Tage-Bart, wie die beste Band der Welt dereinst verkündet hat. Apropos beste Band der Welt – fragt mich doch die junge und ausgesprochen attraktive Kollegin auf dem Oktoberfest ganz verwundert, warum ich den gesamten Text von Westerland mitsingen kann. Ich hab ihr dann erklärt, dass ich das Lied schon betrunken gegrölt habe, da war sie noch nicht mal auf der Welt. Im nüchternen Zustand habe ich dann nachgedacht und…sie war da noch nicht auf der Welt…

…was mich zum Thema bringt. Erfahrung – oder wie man so schön sagt: Jeder hat einen Rucksack. Keine Ahnung, ob man das so sagt – ich sage das jedenfalls mal so. Auch ein 14jähriger hat einen Rucksack. Erwartungen aus dem Elternhaus, Erwartungen aus dem Freundeskreis, Erwartungen, die durch YouPorn zustande kommen … der Unterschied zu meinem heutigen Ich ist einfach: Damals kamen die Ziegelsteine im Rucksack von anderen Menschen und heute kommen die Inhalte meines dB-Rucksacks von mir.

Mit 14 hat man ja eher so die Ziegelsteine, weil man sonst nichts hat. Orientierung ohne Starpunkt – Optimierung ohne Baseline. Das ist stressig und macht Pickel. Alles ist zu klein, zu groß, zu wenig oder zu viel. Heute hat man eine Baseline – damals mit 20 war es alles viel einfacher – und man hat einen Ausgangspunkt – der liegt bei Anfang 30. Von 20 zu 30 wurde es konstant besser. Nicht alles schöner, aber besser. Der Rucksack war handhabbar. Bei sich und bei anderen. Weil man ja noch locker zwei Ziegelsteine dazu tragen konnte. Man strotze vor Kraft und man wuchs ja gemeinsam. Mit Freunden und Partnern. Deren Rucksack sah in der Regel gleich aus. Gute Erfahrungen, schlechte Erfahrungen oder auch zu wenig Erfahrungen. Egal was es war, man hat es angepackt und wenn es nicht gepasst hat, mit den Rucksäcken, dann hat man sich was Neues gesucht. Man hatte ja Zeit und alle Optionen.

Heute sieht das so aus: Man hat seinen eigenen Rucksack und mag da auch nicht so gern reinschauen. Das macht sonst Stress und Pickel. Pickel, das wissen wir noch vom Ziegelstein „damals mit 14“, ist für die Partnersuche eher nachteilig. Der Rucksack wird eher zur Belastung, weil man die Option „neuer Partner“ oder „zusätzlicher Partner“ oder „mal was ganz anderes“ angehen will. Man darf auch nicht vergessen, dass der andere Mensch auch einen Rucksack mitbringt, den es zu erfahren gilt. Wenn wir aber schon mit unserem Rucksack nicht klar kommen, dann wird es schwer abzuschätzen, ob man mit dem Rucksack des Gegenüber klar kommt. Primär wichtig ist aber, dass man mit einem gewissen Lebensalter nicht ohne Rucksack kommt. Mit zunehmendem Alter sind die Rucksäcke aber sehr unterschiedlich, weil der andere Mensch nicht mehr aus der Parallelklasse, dem gemeinsamen Seminar oder der gleichen Branche kommt. Da kann auch fix mal ein Kind aus einer anderen Beziehung drin sein oder eine bittere Erfahrung mit einem Ehepartner oder auch zehn Jahre Alleinsein. Wenn das nicht mit dem eigenen Rucksack passt, dann findet man keine gemeinsame Baseline – und dann wird es schwer eine gemeinsame Zukunft zu planen. Man hat nämlich nicht mehr die hire&fire-Beziehungsoption, die man mit 14 hatte. Oder mit 20. Oder mit 30.

Auf was ich hinaus möchte ist, dass man tunlichst vermeiden sollte mit zwei losen Enden in eine Beziehung zu gehen. Das wird zum Drei-Körper-Problem – und damit nicht prognostizierbar und auch nicht steuerbar. Ein Ende ist der Rucksack, den man selbst hat, ein Ende ist der des anderen Menschen und der dritte Drehpunkt ist die Beziehung. Es wird mit einem festen Punkt schon ein Chaospendel. Daher sollte man sich seines eigenen Gepäcks bewusst sein und der Tatsache, dass der andere mit seinem eigenen Rucksack daher kommt. Man muss ja nicht per se gleich den ganzen Rucksack auskippen und sich gegenseitig vorführen, wie kaputt man eigentlich ist. Aber man kann Bausteine zeigen – und wenn man sich seines Rucksacks bewusst ist, dann kann man das sehr gezielt. Da zeige ich halt her, dass ich auf Grund meiner Erfahrung eher an einer offenen Beziehung für beide Seiten interessiert bin. Oder dass ich keine Kinder haben mag. Das sind die dicken Brocken. Die vielen kleinen Dinge kommen ganz von allein. Dann sollte man auch zulassen, dass der andere die großen Steine herzeigt – wenn er sich der Steine bewusst ist. Aber auch da kann man helfen, wenn man sich des Inhalts seines Rucksacks bewusst ist.

Ich betrachte es mittlerweile als positiv meinen Rucksack zu kennen. Ich habe keine Zeit und keine Lust auf „Schaun wir mal, was passiert und wenn es doof ist, dann eben was anderes.“ oder eine Langzeitstrategie. Ich mag keine Zeit mehr mit sinnlosen Projekten verbringen. Ich sage: Das ist mein Rucksack, die schweren Steine da drin sehen so aus – ich will das und das. Was ist dein Rucksack? Passt oder passt nicht. Das ist unglaublich leicht für mich und wird in der Regel auch vom Gegenüber geschätzt. Das Leben wird entspannter – kein langes Geplänkel – gleich zur Entscheidungsschlacht und wenn die nicht angenommen wird oder verloren geht – Danke und weiter. Keine Zeit vergeudet, keine Energie verschwendet. Dazu ist mein Rucksack zu schwer und für mich zu wertvoll.

JAM | Wo gehobelt wird…

Man könnte ja fast annehmen, dass Frau Pinkshot und ich da was am Laufen haben. Irgendwie haben wir beide auch sicher was am Laufen..und einen am Laufen haben wir auch. Das ist quasi ein Kompliment, weil mit normalen Menschen mag ich mich eher so nicht abgeben. Ich habe Angst, dass Normalität ansteckend ist.

Wir sprachen neulich, also letztens, über Cumshots. Nein, wir sprachen über Spielzeug. Spielzeug, dass für Frauen designed, für Jungs bedrohlich und für Männer interessant ist. Für Männer daher, weil man mit genug Selbstbewusstsein durchaus den Reiz erkennen kann – wie mit einem Taktstock eine Frau in Schwingung zu versetzen. Das Orchester ihrer Sinne in Harmonie zu bringen. Naja, können Sie ja nachlesen.

Was mich jetzt wieder darauf zurückbringt ist, neben dem Text, der dazu verfasst wurde, eine Erfahrung. Eine Erfahrung, die nicht ganz ohne ist. Wissen Sie – ein Junge, der gern eine Frau haben würde, die viel Sex will, ist genau so lange zufrieden, bis er eine Frau bekommt, die viel Sex will. Was er eigentlich will, ist eine Frau, die wie ein Spielzeug ist – immer dann an, wenn er will. Mithin also nicht genau dann, wenn der bevorzugte Sport oder der beste Buddy gerade verfügbar ist. Dann muss sie ins Nebenzimmer und nicht stören. Ein Mann will in der Regel etwas anderes – aber manchmal bekommt er eben auch jemanden, mit dem es so weit geht, dass selbst Cumshots – und wir reden ja hier davon, dass es der Bugatti Veyron unter dem Höhepunkten ist – nicht mehr gehen.

Man stelle sich vor, man hat ein Date. Mit jemanden, dem man lange nicht mehr gesehen hat. Man denkt sich: Das wird intensiv. Mit intensiv meine ich: Es wird wohl nicht mit der 5-Minuten-Terrine getan sein. Also mal Stamina sammeln – straight edge leben. Keine Aktivitäten, keine Süßigkeiten. Man reizt sich an. Das Event wird gehyped. Dann ist man dabei – alles läuft wunderbar, aber selbst mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln – Finger, Hände, Mund, Zunge und Penis 1.0 wird man nicht alles erreichen. Sicher – da sind ein paar schöne Orgasmen drin für sie. Ich kann jedenfalls sagen – in einer solchen Situation eine kleine Hilfe zu haben…zu meinem Leidwesen, ich habe es mir gewünscht. Irgendwann ist man so überreizt, empfindlich und irgendwie…ist es nur noch Mechanik. Das bedeutet nicht, dass es nicht schön ist. Nur eben nicht mehr…orgasmusfähig. Wenn selbst meisterhaftes Fellatio nicht mehr den gewünschten Erfolg bringt oder mein „Komm auf meinem Gesicht.“ nicht mehr stattfindet, weil es einfach nur noch…sensory overload ist – dann ist eben auch mal gut. Jetzt könnte man einfach einen Dritten dazu holen, um sich abzuwechseln. Das würde aber nicht das Problem lösen, denn Frau will ja auch nicht nur Kopulation, sondern auch Emotion. Irre, aber soll so sein. In dem Fall wäre so ein Toy für zwischendurch sehr nützlich. Dann könnte man das Bedürfnislevel gleichmäßig absenken und am Ende noch … der Bugatti. Sie wissen schon. Für die mentale Kamera.

Ich jedenfalls kann sagen, dass ich gelernt habe: Gedanken weg vom hypen. Im Kopf will man mehr, als die Nervenenden zulassen. Egal ob man kommt oder nicht – eine Frau, die ihren Mund anbietet kann nichts ersetzen. Nichts. Eine Frau braucht mehr als das Gerät – es braucht auch jemanden, der es bedient. Ob im Kopf oder im echten Leben ist egal. Der beste Satisfyer ist das Kino im Hirn. Es gibt mehr als eine Frau, die Cumshots mag…

…eine kleine Lehre – und meine Texte sind Lektionen, machen Sie sich da nichts vor – aus dem Wochenende: Nichts, war das jetzt nicht.

JAM | Toy Story 69 – Woody goes Buzz

In grauer Vorzeit bin ich immer mit dem  nach einem Wochenende in der alten Heimat nach Hamburg gefahren. Jetzt ist der gute Mann und mein bester Freund ja für seine Belesenheit und seine Fähigkeit das Gute im Menschen zu sehen bekannt – für Pünktlichkeit ist er es nicht. Hinzu kam – er hörte gern Musik. Keine schlechte Musik. Aber eben Musik. Laut. Im Auto. Die Frage, warum ich immer so schweige hatte zwei Antworten: Weil ich immer zwei bis drei Stunden auf Dich warten muss und ich Unpünktlichkeit hasse zum Einen. Zum Anderen – ich rede nicht gegen eine Maschine. Da kann man nur verlieren. Heute weiß ich, dass Cicero sein Redetalent entwickelte, indem ihn sein Lehrer gegen die Brandung anlesen lies – und eventuell, wenn er damals etwas mehr Nachdruck hätte walten lassen, hätte ich heute ein Pater Patriae-Titel und die Republik gerettet. Aber damals – es war so kurz nach dem Ostozän – befand ich das doof. Gegen eine Maschine kann man nur verlieren. Die hat kein Erbarmen, kein Einsehen – nein, die stellt man einfach auf 11 und bricht den Knopf ab und dann klimpert das Solo durch.

Vor einigen Tagen durfte ich von der Frau Pinkshot lesen – sie hat eine neue Maschine. Naja, ein Maschinchen. Ein Gerät. Ein Spielzeug. Quasi. Ich durfte davon lesen. Ein sehr ausgefeiltes Stück. Also der Text. Wobei – nicht nur. Die gute Frau ist es auch. Es geht um den Himmel. Nicht den von Franziskus und seinen Haberern – nein, um den säkularen Himmel. Wir sprachen ja bereits davon – es geht um den weiblichen Orgasmus. Oder besser – den Weg dahin. Da hat sich die Frau Pinkshot was schenken lassen. Einen Satisfyer. Das nächste große Ding nach Penis 1.0. Sie können sich schon denken – höher, schneller, weiter. Mit den Worten der wirklich guten Poeten:

„Work it harder
Make it better
Do it faster
Makes us stronger“

Ähnlich wie damals auf den Reisen nach Hamburg, bei denen ich mich um die Gelegenheit einer bereichernden Unterhaltung betrogen sah, war meine Reaktion instinktiv, absolut, störrisch…und falsch.

Meine erste Reaktion war: Na super. Da kann man als durchschnittlicher Mann einpacken. Da muss ich mir keine Illusion machen – allein limitiert durch die Performance der Batterien kann das Ding einfach eine Stamina an den Tag legen, mit der man sich nicht messen kann. Ich glaube selbst die selbsterklärten Duracellbetthasen müssen kapitulieren, denn der Terminator für das männliche Ego macht ja auch genau das, was Frau will und das ohne dämliche Entschuldigungen in Embryonalstellung für Nichterfüllung einfacher Wünsche im Anschluss. Also eigentlich alles was man braucht – und er hinterlässt auch keinen unerwünschten feuchten Fleck, kann mit auf Reisen ohne Zusatzkosten bei den Hotelzimmern und ist eher so der all-around Genügsame. Keine Gespräche am Morgen, keine hochgeklappte Klobrille. Zusammenfassend hat mich das in meinem Ego gekränkt. Ich gestehe auch ein, dass mich der Text von Frau Pinkshot erst einmal auf ganz andere Gedanken gebracht hat – was den Abschuss dann noch etwas schlimmer gemacht. Also den fürs Ego – nicht, was man denken sollte.

Jetzt bin ich aber der Typ, der sich mit einem kaputten Ego für nichts herumschlagen muss. Wenn schon runter ziehen, dann bitte auch noch drei- bis fünfmal darüber nachdenken. Der Gedanke daran, ob das nicht eigentlich eine ziemlich gute Chance sein kann. Das mag jetzt wie die CSU klingen, die mit ihren Stammtischparolen nicht mehr landen kann und daher einfach die AfD umarmt. Aber man möge mir zuhören – das ist meist eine gute Idee, denn es ist eine Gelegenheit etwas zu lernen. Wir wissen um die Limitierungen des durchschnittlichen Mannes. Wir haben zwar gelernt, dass das männliche Sexualorgan der Mercedes unter den Sexualorganen ist, aber seien wir ehrlich – ein Mercedes ist auch nicht mehr das, was er noch nie war. Jetzt haben die Frauen eine Ergänzung bekommen, um Dinge zu erleben, die eben nicht immer gehen. Wenn man jetzt als Mann die Größe hat sich dem zu stellen, dann ist der Satisfyer doch eine gute Gelegenheit neues zu lernen. Man könnte sich zum Beispiel des Befriedigers bedienen, um mal ihren Körper zu erkunden. Sehen, wo sie wie reagiert. Sie auf das Plateau heben, auf das man sich sonst gerade so kämpft, um dann das maskuline Gipfelkreuz zu pflanzen, ohne überhaupt zu bemerken, dass sie erst bei Basecamp 2 ist. Dann selbst einsteigen. Man – also Frau Pinkshot – versicherte mir, dass in der Tat ein Mann durchaus noch seinen Reiz hat. So eine Geschirrspülmaschine räumt das Ding dann eben doch nicht aus…

…also mein Fazit aus der Betrachtung: Das Ding ist keine Bedrohung. Es ist eine gelungene Ergänzung. Es ist auch irrig anzunehmen, dass selbst in einer erfüllenden Beziehung keiner der Partner ohne selbst Hand anzulegen auskommt. Also dafür taugt es. Es taugt aber auch, um die Möglichkeiten zu erweitern und um gemeinsam neue Dinge zu entdecken. Erst wenn sie anfängt seinen Namen beim Sex mit ihm zu rufen – dann wird es kritisch.

Damals auf der Reise nach Hamburg haben wir uns einfach geeinigt, dass wir reden und wenn ein Lied kommt, das er hören mag, dann wird eben Musik laut gemacht und wir lauschen. Dann können wir weiter reden. Ebenso sehe ich das jetzt: Manchmal für den guten Orgasmus und für die Bereicherung ist das gut. Aber einen Partner oder Liebe kann es nicht ersetzen. Genauso wenig wie einen Cumshot. So. MannesEgo wieder hergestellt.

JAM | Na Oida…

Ich lebe ja nun schon den einen oder anderen Tag in der Hauptstadt des gepflegten Suderns und daher dachte ich, dass ich in der Überschrift mal zeige, dass ich mich bemühe die Sprache der Eingeborenen zu sprechen. Das fällt mir nicht ganz so leicht, da man mit einem deutschen Dialekt erstaunlicherweise recht weit kommt. Was einem mit dem Dialekt der Bewohner meiner Wahlheimat aber leichter fällt, ist problematische Thematiken unverfänglicher zu artikulieren. Da ich aber nun wohl in der Lage bin, denen einen oder anderen Menschen in meinem Umfeld mit ein wenig Schmäh zu erreichen, jedoch im Bereich er Fachspezifika durchaus noch Lücken habe, beschränke ich mich wohl auf die Verwendung der deutschen Sprache, wie Hermann der Cherusker sie erschuf – zumindest wenn man Heine glaubt:

„Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann,
Mit seinen blonden Horden,
So gäb es deutsche Freiheit nicht mehr,
Wir wären römisch geworden!“

Das wäre zwar auch lustig – aber wenn wir ehrlich sind, sind wir ganz froh, dass wir nicht im AcI Frauen erobern müssen.

Damit sind wir bei einem sehr schönen Thema: Frauen. Frauen sind ja quasi der Motor, der uns Männer dazu antreibt jenseits der 40 noch in ein Fitnessstudio zu gehen oder den besser bezahlten Job anzunehmen – weil das Dasein als Sugar Daddy eben auch jede Menge Sugar und eine gehörige Portion Stamina benötigt.

Jetzt muss es ja nicht immer Sugar Daddy sein – obgleich diese Art der Beziehung ja nicht per se eine Abhängigkeit voraus setzt. Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel gelesen, in dem die Beziehung zwischen einem gut etablierten Manager und einer Studentin durchaus bilateralen Mehrwert schuf. Sie profitierte davon, sein Netzwerk und seine Erfahrung nutzen zu können. Das darf man als Studentin der Wirtschaftswissenschaften durchaus nicht unterschätzen. Man lernt Leute kennen, man profitiert von den praktischen Erfahrungen des älteren Partners und jetzt breche ich mal eine Lanze für unsereinen: Sex ist durchaus auch erfüllender, wenn man weiß, dass es mehr als ein körperlicher Akt ist und man sich nichts mehr beweisen muss. Es kann einen also charakterlich, fachlich und sozial durchaus weiter bringen. Wenn es eine Partnerschaft ist. Der Gewinn für den Mann – oder die Frau, man soll nicht ausschließen, dass es sich auch um die umgekehrte Konstellation handeln kann – ist eine interessante Partnerin für gesellschaftliche Ereignisse zu haben. Jemand, der einen auf Trab hält, einen Grund für das Fitnessstudio. Ich muss auch eingestehen – es ist auch gut für das Ego. Das funktioniert so, wenn es sich in der Tat um eine Partnerschaft handelt – es gibt sicher auch die Menschen, die sich einfach was fürs Bett suchen. Auch ok. Wenn beide das als ok empfinden. Suum cuique.

Jetzt zum eigentlichen Grund: So richtig akzeptabel ist das ja nicht. Interessant ist dabei, dass jeder – wirklich jeder – Mann, mit dem ich mich unterhalte, das auf dem dreckige Witze Niveau goutiert. Ich bin da wahrscheinlich viel zu wenig sensibilisiert, aber wenn wir im Kreis zusammen stehen, da reden wir über die Kolleginnen. Dabei fällt mir immer wieder auf – das, was andere sehen, ist in der Regel nicht, was ich sehe. Die Reduktion auf den Körper ist mir in der Regel zu wenig. Viel zu wenig. Ich gestehe, wenn ich eine Affäre wollte, dann nur in einem Segment, das ganz anders als meine Frau ist. Meine Frau ist in ihrer Facette perfekt. Wenn ich etwas suche, dann doch eine andere Facette – und seien wir uns ehrlich: Nur für Sex brauche ich keine andere Frau. Wenn ich eine Frau als interessant für eine Affäre betrachte, dann doch weil sie mehr bietet. Aber wir schweifen ab – warum ist nicht akzeptiert, dass ein 50jähriger mit einer 25jährigen zusammen ist. Da wäre als erstes – meiner Meinung nach – der Neid. Moral ist ja oft so ein Kodex, der eigentlich nur festschreibt, was das kleinste gemeinsame Level ist, dass alle erreichen können. Ehe, Kinder, Wohnung – Arbeit. Aber ein glückliches Leben, Karriere, Geld, Erlebnisse, Erfahrungen und Momente – dafür muss man schon was tun. Oder Glück haben. Freude am Leben ist ja seit jeher suspekt in den Augen der Altvorderen, die meinen, nur weil sie ein dröges Leben im Korsett der gesellschaftlichen Erwartungen verbracht haben, gehört sich das heute auch. Wo kämen wir hin, wenn man glücklich ist. Da muss ja was faul sein. Drogen wahrscheinlich. Haben sie recht – eine interessante Freundin ist eine Droge. Es putscht auf, es beruhigt, es spornt an, es inspiriert und es kann einen kaputt machen.

Ein weiterer Grund, warum das eher mit schiefen Mund betrachtet wird ist, dass man immer einen dominanten Teil im älteren Teil sieht, der sich eine – weil bezahlt – Prostituierte oder einen Toy Boy hält. Kann man auch nicht immer ausschließen. Aber auch dann – wenn es beide so wollen: So be it. Zumal ich mir ganz gut vorstellen kann, dass der jüngere Teil auch der dominantere Teil sein kann. Eventuell hat sich ja eine starke junge Frau mit der Absicht ihren Horizont zu erweitern auch jemanden gesucht, der sie weiter bringen kann. Aber das passt leider nicht ins Denkschema.

Was ist denn nun akzeptabel? Es geistert ja die Formel „Alter durch zwei plus Sieben“ durch den Raum. In meinem Fall wäre das…zu hoch. Wenn ich nochmal etwas beginnen würde, dann muss ich gestehen, wäre ich sehr wählerisch. Nicht nur im Hinblick auf das Alter – auch im Hinblick auf die Regeln, die Erwartungshaltungen und den Charakter. Ich finde, dass die Jahreszahl auch viel weniger relevant ist, als die Harmonie – wie klingen zwei Menschen zusammen. Das wäre viel wichtiger. Der Altersunterschied wird von den anderen gemacht. Interessant ist ja, dass Männer auf dem dreckige-Witze-Niveau reagieren und Frauen eher auf dem Giftspritzenlevel. Sei es wie es sei. Ich finde, wenn es sich um eine Partnerschaft handelt, dann kann auch ein 60er mit einer 22er oder eine 39jährige – älter werden Frauen meiner Erfahrung nach nicht – mit einem 24jährigen Sportstudenten musizieren. Moral ist eine Sache, die nur für die Regularien zwischen den Beiden interessant ist. Für die Außenwelt gilt, um es mit den Worten eines anderen großen deutschen Poeten zu sagen:

„Lass die Leute reden, denn wie das immer ist:
Solang die Leute reden, machen sie nichts Schlimmeres
Und ein wenig Heuchelei kannst du dir durchaus leisten
Bleib höflich und sag nichts – das ärgert sie am meisten.“

Insofern schreibe ich mal am Ende: Geht hin und lebt ein glückliches Leben. Mit wem auch immer, mit wie vielen auch immer und wie auch immer. Moral ändert sich nur durch disruptives Verhalten. Auch 30-16 sehe ich nicht als moralisches Problem. Eher als gesetzliches. Da muss man sich genau überlegen, ob man als Hebephiler oder als Hebephile abgestempelt werden möchte – wenn beide glücklich sind, so sei es. Mehr als seine Facetten braucht eh keiner. Lieber glücklich sterben als moralisch leben.

JAM | Das Einhorn

Die wunderbare Frau PinkShot69 schreibt und spricht ab und an über Dinge, die man normalerweise kurz nach einem „Es war einmal…“ und dem unvermeidlichen „…dann leben sie noch heute.“ findet. Männer, die einfach nur nett sind – ohne Hintergedanken. Frauen, die einfach nur nett sind. Weibliche Orgasmen.

Der kleine Tod: Ich wäre schon von Neid erfüllt, wenn es sich nicht, wie der physikalische Massepunkt, um ein Denkmodell handeln würde. Stellen wir uns das vor, da spürt man, wie sich ein anderer Mensch in einem bewegt. Wie sich langsam die Atmung intensiviert und man gleichzeitig das Gefühl hat, dass die Luft knapp wird. Wenn man im Bauc

h fühlt, dass sich alles verdichtet. Wenn man das Blut im Ohr pulsieren hört. Die Nervenenden alle auf Alarm stehen. Wenn man trotzdem eine tiefe Entspannung heranziehen spürt. Wenn man schon erahnt, welcher Sturm da heraufzieht. Wenn du denkst, gleich geht es nicht mehr höher und dann treibt es dich wie eine Rakete durch die Decke und dann fallen alle Probleme und Sorgen und Nöte und Anspannungen für ein Feuerwerk lang von Dir ab und dein ganzer Körper besteht nur noch aus Ekstase…

…sowas kann es ja gar nicht geben. Jetzt führt aber die Frau PinkShot auch wissenschaftliche Erkenntnisse an, die ihrem Standpunkt, dass auch Frauen so etwas wie den Moment, in dem man(n) Kant versteht, haben kann. Wenn es sowas geben würde, dann hätte man es schon synthetisiert, auf Flaschen gezogen und im KdW verkauft.

Aber spielen wir das mal im Kopf durch. Nach der von Frau PinkShot angeführten Studie haben Männer in der Regel einen Orgasmus und Frauen eher in einem überschaubaren Ausmaß. Wenn man jetzt eine simple Konditionierung ansetzt, dann dürfte sich der Invest, den Frauen in die Schaffung der Voraussetzungen – und ein Mann ist ja eher so die Orchidee unter den Zimmerornamenten – kaum auszahlen. Männer muss man ernähren, hofieren, ertragen und sich einen zu fangen setzt auch unbequeme Kleidung und aufwendige Vorarbeiten voraus. Eine Freundin hat mir letzten erzählt, welchen Aufwand es bedeutet einen ordentlichen Landing Strip zu unterhalten. Nur, weil mir das gefällt. Ich bin schon zu faul mir regelmäßig die Klinge ins Gesicht zu hauen, geschweige denn für 30 Minuten fortgeschrittenes Yoga unter der Dusche zu machen, nur um dieses unvergleichlich wundervolle Aussehen, dass die Zunge einläd sich auszutoben, zu erreichen. Eventuell sind Männer aber auch einfach naturschön. Kann sein. Wird wohl so sein. Ganz sicher.

Womit Frau PinkShot aber auf jeden Fall eine Punktladung erzielt hat ist: Männer beschäftigen sich zu wenig mit den Möglichkeiten, die sich ihnen auf der Klaviatur einer Frau bieten. Das liegt auch daran, dass die wenigstens Frauen wissen, dass sie eigentlich mehr als drei Tasten haben und dass es durchaus ok ist zu sagen: Da anfassen. Dort drücken. Hier streicheln. Jetzt Gas geben – und hier Bremse. Ich war immer entsetzt, wenn ich in meiner Generation gelesen habe, wie wenig der Mädls tatsächlich ihren Körper erkundet haben – vulgo Selbstbefriedigung betrieben haben. Jungs waren da eher wie die Katze am Milchtopf – einfach drüber herfallen und gut. Ok, Jungs sind auch einfacher. Die notwendigen Handgriffe sind relativ klar erkennbar. Aber – und auch das eine Erkenntnis, die nicht jeder hat – auch Jungs können was lernen, wenn sie nicht einfach zum Ziel stürmen, sondern mal überlegen, was man noch alles anfassen kann. Jedoch zurück zur Frau: Frauen meiner Generation war eher schwer zu entlocken, was zu tun war. Jungs hatten ein Biobuch, viel Gekicher und eine Prinzipzeichnung. Die sah nie so aus, wie die Realität. Wenn dann einfach „Da rein, Zylindermotorbewegung, Ziel erreicht.“ übrig blieb und das Feedback der Frau „Ich mag Dich auch.“ war – ja, wo sollte es denn herkommen. Das sind dann die 40jährigen von heute, die überrascht sind, wenn ihnen eine erwachsene Frau sagt, dass es mehr gibt, als die 5-Minuten-Terrine.

Ich muss gestehen, dass ich auch mit 30 und 40 und auch heute mit 50 noch Dinge dazu lerne. Weil es mich interessiert. Weil ich nicht zu denen gehören mag, die die Anatomie von Sasha Grey besser kennen als die ihrer Frau. Die Pornographie mit einer Bedienungsanleitung verwechseln und nicht erkennen: Die Rubriken gibt es nicht zum Spaß. So vielfältig wie das Angebot ist auch jede Frau. Nicht für jeden, aber doch. Manchmal hilft es zu reden, manchmal darauf zu achten, wie sich der Partner im Bett verhält und bewegt. Da lernt man schon was – aber was definitiv hilft ist: Feedback. Lernt eure Bedürfnisse kennen und teilt sie uns mit. Damit auch das nächste Mal nicht der sportliche Aspekt „Dabei sein ist alles“, sondern der kleine Tod am Ende einer gemeinsamen Erlebnistour steht.