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Aus dem Studium: Schreiben

Im Rahmen eines Studiums wird man früher oder später in die Verlegenheit kommen, etwas zu schreiben – wir sprachen bereits  darüber.

Nun gibt es neben dem wissenschaftlichen Abfassen von mehr oder weniger belanglosen Texten auch noch so etwas wie „Schreiben zum Vergnügen“. Darüber wollen wir nicht sprechen und ich jetzt nicht schreiben. Worüber ich schreiben und was ich euch vielmehr mitteilen möchte, ist

So lauschet meinen Worten...
So lauschet meinen Worten… Quelle: https://goo.gl/igsWrx

kreatives Schreiben. Das habe ich schon einmal getan, soll aber nun etwas ausführlicher geschehen – und das nicht nur, weil es Teil meiner Note ist, sondern auch, weil ich finde, dass man im Studium mal ein klein wenig davon gehört haben sollte. Da bis dato kein Dozent und keine Lehrveranstaltung produktiv etwas zu diesem Thema getan hat, hier nun meine – wer mich kennt nicht gerade bescheidene – Meinung.

Kreatives Schreiben soll ja mehr oder weniger Spaß machen – sowohl beim Schaffen als auch beim Rezipieren. Dazu ist es wichtig, zu wissen, woraus sich Schreiben speist – quasi die Quelle. In alten Zeiten – nein, nicht in den 70ern – war das einfach. Homer rief einfach eine Dame im zeitgemäßen Outfit an, sie solle doch nun mal übernehmen und ihn ordentlich inspirieren.

„Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus…“

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Quelle: https://goo.gl/QdChQo

Das funktioniert heute in etwa auf die gleiche Art und Weise wie damals. Man lehne sich entspannt zurück und genieße ein Tabakerzeugnis – quasi ein Joint Venture mit seinem Hirn. Das ist sehr modern, sehr kreativ, macht sehr durstig und die freundlichen Damen und Herren der Exekutiv etwas unrund. Das kann aber zum Ziel führen. Betonung auf kann. Es kann nämlich auch dazu führen, dass man die nächste Zeit mit einem süffisanten Grinsen auf den Lippen gedanklich Einhörner füttert und sich wundert, warum die anderen Menschen im Park die Musik nicht hören, zu deren Takt man sich wiegt.

Sehr viel schwerer ist es, das Unterfangen etwas zu schaffen, ohne ein erweitertes Bewusstsein anzugehen. Dazu gehört nämlich entweder ein umfangreiches Wissen, eine umfangreiche Weisheit oder eine unbegrenzte Dreistigkeit – letzteres dazu, einfach abzuschreiben.

Wissen ist so eine Sache. Man kann ja nur jedem Menschen empfehlen, vor dem Schreiben erstmal zu lesen. Viel zu lesen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, Masse zu erfassen, sondern auch zu diversifizieren. Erst durch die Kombination von vielen Impulsen und die Erkennntnis, welche Vielfalt Sprache bietet, kann man kreativ schaffen. Mit dem entsprechenden Wissen kann man dann auch ganz technokratisch Texte produzieren. Es soll aber auch vorkommen, dass die schiere Menge an Wissen in der Kombination emergente Erkenntnisse hervorbringt, die dann aus einem hervorplatzen. Schön an der Produktion und der Distribution von Texten – gespickt mit Wissen, Schönheit, Weisheit – ist die Skalierbarkeit. Ohne großen Mehraufwand erreicht man einen oder auch tausend Menschen. Damit sollte man mal versuchen als Autor Venture Capital zu akquirieren. Texte sind skalierbar, disruptiv und innovativ – alle Triggerworte des modernen Start-Ups.

Was die Produktion von Texten auf der Basis von Weisheit angeht habe ich wenig Erfahrung. Weisheit kann sich aus Lebenserfahrung, reger sozialer Interaktion oder aus göttlicher  Inspiration speisen. Alle drei Dinge sind jetzt nicht so meins – also so garnicht. Über-haupt-garnicht. Erstens bin ich noch nicht so alt, zweitens sind Menschen mir eher so unangenehm und wenn ich mit Gott rede, dann rede in der Regel ich und lasse ihn nicht zu Wort kommen – also von daher auch wenig Chance, dass er mich inspiriert.

Ich könnte nun sehr weise sagen, dass Weisheit erstmal bedeutet zu glauben, bevor man wissen kann. Polanyi zitiert in seinem Buch Augustinus mit diesem paraphrasierten Satz – und ich kann mich hier nur anschließen. Als großer Freund der Kohärenztheorie muss ich quasi in den Chor einstimmen und sagen: Wen man von etwas wissen will, dann muss man erstmal an bestimmte Axiome glauben. Wenn man aber nur vom Glauben – also aus Weisheit – schon einen Text produziert, dann ist das eventuell kreativ, aber nicht unbedingt wissenschaftlich. Da es hier aber prinzipiell um kreatives Schreiben geht und nicht um wissenschaftliches, hat es auch seinen Platz.

Soviel zum Quell der Inspiration. Wie man dies dann in einen Text kreativ umsetzt, davon soll der nächste Artikel handeln.

Amtsblatt – Die Idee Projekt Sushi-FM

Eine ehemalige Kollegin hat sich wieder mal nicht schnell genug wegducken können und ist nun um die Erfahrung reicher, ein Teilprojekt zu leiten. Da mich ja quasi alles interessiert und ich im Wegducken auch nicht so begabt bin – und ja, weil ich auch gern meine Nase in alles reinstecke, was neu und bereichernd sein kann*) – habe ich mal die Antwortoption „Hilfe gewähren“ gedrückt. Wenn ich nicht Probleme mit den Nutzerrechten bekommen würde, wäre jetzt hier ein Bild aus „300“ und der Unterschrift „I am a generous god.“ eingefügt.

*) Bei dem ich als der Klügste im Raum dastehen kann.

Also worum geht es – im Sinne von Mito sei hier schonmal die Spannung genommen: Es geht um die Zukunft des Facility Managements in Österreich. No big deal. Nur eine Wachstumsbranche. Nur ein Wahnsinnsmarkt. Nur mal eben so.

Wenn mich jemand fragt, was ich mache, dann hängt meine Antwort in der Regel davon ab, ob ich ein Gespräch haben möchte oder nicht. Sage ich nur Business Development im Immobiliensektor bin ich interessant. Sage ich Facility Management oder Gebäudedienste, dann bin ich raus – mit dem Hausmeister mag niemand sprechen. Bis das Leuchtmittel kaputt oder die Lüftung ausgefallen ist.

Das Facility Management hat ein Problem. Ich erkläre das gern zum Sushi Problem. Für den Laien ist Sushi Reis mit rohem Fisch. Es ist schwer einem Laien klar zu machen, warum er für Reis und rohen Fisch einen hohen Preis zahlen soll. Das wird ihm erst klar, wenn mal bei einem schlechten – in der Regel billigem – Sushi-Restaurant Gast war. Das Problem erweitert sich dadurch, dass er daraus in der Regel nichts lernt. Er wird weiterhin billige Sushi-Restaurants aufsuchen oder alle Sushi-Restaurant verteufeln. Ebenso ist es mit Facility Management. Das Bewusstsein, was das Management einer komplexen Immobilie bedeutet wird in der Regel erst dann bewusst, wenn man den falschen Dienstleister hat. Die Bedeutung der Reinigung, der Wartung und Inspektion oder auch der Beratung zur Nutzungsoptimierung wird erst dann deutlich, wenn es nicht funktioniert. Sonst ist das so etwas wie das Hintergrundgeräusch in der Stadt – es nervt und man findet sich damit ab, da man ja hip und urban leben mag. Das braucht dann eben gut qualifizierte und in der Regel gut bezahlte Leute.

Wo setzt man nun an, wenn man das Facility Management in der Zukunft in den Köpfen der Kunden und Auftraggeber neu positionieren möchte. Bingo. Bei den Leute, die mit den Kunden und Auftraggebern zu tun haben. Also bei den Facility Managern. Leider ist es schwer, gegen schicke neue Arbeitgeber als „place to be“ anzutreten, wenn man nicht einmal bei den Chicks landen kann mit „Ich bin im Facility Management, Baby.“ Es fehlt einfach das … das … es fehlt einfach, ok?

Das Projekt setzt jetzt dort an: Welche Leistung des Facility Managers ist nicht digitalisierbar? Antwort: Der Beratungs- und Interpretationsanteil. Daten bekommen wir über Building Information Management, Daten verwalten wir über das Computer Aided Facility Management System, Wartung und Inspektion machen wir mit Predictive Maintenance. Nur all dies nutzt wenig, wenn es keiner beherrscht und keiner kommunzieren kann – mach deine Arbeit und rede darüber ist eben auch die halbe Zukunft.

Um das alles zu beherrschen brauchen wir also einen Praktiker, der technisches Know-How hat und eine gewisse Praxis – also zum Beispiel einem HTL-Abschluss. Nach drei Jahren Praxis mit wachsendem Verantwortungsbereich und erster Führungserfahrung bauen wir dann mit Schnittstellenwissen zu den angrenzenden Disziplinen, betriebswirtschaftlichem und strategischem Wissen im Rahmen eines Masterstudiums auf. So der Plan.

Triff mich nächste Woche, wenn ich etwas tue, was ich immer gehasst habe: Einen Fragebogen finalisieren, um eine Basis zu schaffen. Qualitative und quantitative Methoden – yeah.