JAM | Arbeitsklima

Es gibt ja ein paar Dinge, die sind mir ausgesprochen wichtig. Das Betriebsklima zum Beispiel. Ich mag es sehr, wenn das Klima so ist, wie ich es für richtig und zweckmäßig erachte.

Manchmal nehmen die Mitarbeiter das selbst in die Hand. Also das Klima. Ich bin zwar per se der Ansicht, dass alle glücklicher wären, wenn sie einfach machen würden, was ich sage, aber sei es drum. Man muss ja auch Varianz zulassen. Insofern lässt sich immer sehr gut beobachten, wenn sich Mitarbeiter zusammen finden, um in einer gemeinsamen Perfomance für einen harmonischen Gesamtkontext zu sorgen. In der Kleingruppe. Zumindest sorgt das immer für zufriedene Gesichter und ein Lächeln – bei den einen wegen der Teilnahme an der Performance und bei den anderen, weil sie es sehen…also dass eine Performance war.

Die Sache ist die: Man sieht den Menschen an, wenn sie sich vergnügt haben. Das interessante ist – das was und wie ist sehr geschlechtsspezifisch. Gehen wir mal vom Optimalfall aus, dass beide Parteien auf ihre Kosten gekommen sind und das ganze Prozedere auch leidlich nachhaltig war.

Da wäre der männliche Teil. Da sind mal die entspannten Gesichtszüge, wenn er selbstsicher ist. Wenn nicht, dann ist da dieser hektische Blick, ob sie jetzt zu ihrer Freundin geht und gekichert wird. Das sexuelle Alphamännchen hat hin und wieder den Griff zur Krawatte – oder zum Gürtel in Ermangelung einer solchen – um zu sehen, ob alles wieder sitzt. Dass die Haare aussehen wie eine Wollmütze kurz vor dem Gewitter ist irrelevant. Trotzdem – wenn es mehr ist, als ein Dampf-Druck-Geschwindigkeit Ding, dann wird man dieses leichte Lächeln in den Mundwinkeln sehen. Männern sehen ja per se vor, während und nach dem Sex eher so wie das Meerschweinchen kurz vor der Fütterung aus. Ganz niedlich, aber eben auch wie mit der Taschenuhr hypnotisiert. Macht aber nix – außer für intelligente Frauen, die sich beim Anblick des leicht debilen Ausdrucks dann doch eher entschließen eine Runde Yoga zur Entspannung zu machen. Wenn ein Zeta-Männchen es geschafft hat, dem Beischlaf zu fröhnen, dann merkt man das eher an der Unsicherheit: Was nun. Rede ich mit der Kollegin noch. Redet sie über mich. Rieche ich – solche Menschen haben immer Nivea Deo und Odol Mundspray parat – und wie sage ich es Mutti, dass ich mich nicht für die Ehe aufgespart habe. Der Afterglow beim Zeta ist aber in der Regel genauso schnell vorbei, wie beim Alpha – beim Zeta. weil er sich wegen was anderem stresst und beim Alpha, weil er in der Regel schon daran arbeitet, was er als nächstes bei der Kollegin im Marketing nachfragen könnte – gerade könnte er ja ein neues Lanyard brauchen…

Im anderen Falle – also beim stärkeren Geschlecht – sieht man den Afterglow irgendwie…anders. Jetzt leuchten Frauen ja per se schon schöner im Büroalltag als die Träger von H&M-Anzug und Woolworth-Krawatte. Ich finde, man sieht einer Kollegin an, ob sie aus einer zufriedenstellenden Erfahrung kommt. Im Allgemeinen verschwindet eine Frau ja per se und ohne hinterfragt zu werden schon häufiger als Männer in den Sanitärbereich. Nebenbei trägt sie ja auch in ihrem bottomless bag auch alle Mittel zum kaschieren von Spuren bei sich. Im Allgemeinen weiß die Frau auch, dass sie entschieden hat, Sex zu haben – und daher wird sie kaum hinterfragen, ob sie jetzt gut war oder was das alles zu bedeuten hat. Sie weiß es ja. Wenn es schlecht war, dann wird sie nicht zum Platz zurück kehren, sondern eher erstmal zur besten Freindin (sic!). Dann sollte man als Mann schonmal die Stellenanzeigen aufmachen – oder, wenn man so will, Gegenfeuer legen. Aber verloren hat man dann auf jeden Fall. Wenn alles gut lief, dann kann man das an der gut durchbluteten Haut im Wangenbereich sehen. Eventuell an einer leicht aufgebissen Lippe. Oder weil die Haare anders liegen – im Optimalfall ist aus den offenen Haaren ein Pferdeschwanz geworden…if you know what I mean. Die Dame von Welt im Angestelltenbereich wird dann gegebenenfalls noch zwei oder dreimal am Tag mit dem Stift spielen und nachdenken. Sich erinnern. Eine kleine Bemerkung „Machst Du kurz mal das Gedankenkabinett frei, in dem Du gerade zum Glück getrieben wirst.“ kann da helfen – also mir hilft das immer, weil dann das Lächeln über das Gesicht huscht und dann weiter gearbeitet wird. Der Satz beim Mann „An Sex denken kannst Du in der Freizeit.“ wirkt nicht solche Wunder. Das frustet den Mann eher. Frauen sind da irgendwie – belastbarer in ihrer Genussleistung. Die perpetuieren Momente viel besser – kann auch daran liegen, dass die Plateauphase besser genutzt wird.

Insgesamt muss ich sagen, erleben Männer und Frauen glaube ich Bürosex schon daher anders, weil Männer das als Episode sehen und Frauen das als Vertrauensmoment. Ich bin ja ein vehementer Kritiker von Doppelstandards: Wenn sich ein Kerl durch die Firma schläft – der Hengst. Wenn eine Frau das macht – Schlampe. Ich finde, wenn wir das alle als gemeinsame Momente der Verbesserung des Betriebsklimas sehen würden und es klar wäre, dass hier zwei Menschen einfach nicht zum Joggen sondern zum Sex verschwinden – wir wären alle glücklicher.

Die Gegenposition finden Sie dann auf Pinkshot von einer Freundin, die mir schon viel eröffnet hat. Folge Sie nur – sie lernen immer was. Jeder Mann sollte eine weibliche Freundin haben, die einem auch mal sagt, dass … Manchmal…. und die es wirklich versteht, meine Eitelkeit anzusprechen. Das und meinen gelegentlichen Wunsch, den Bürostandort zu wechseln.

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