Leistungsfähigkeit – absolut oder relational

Ich habe ja einen Impulsgeber. So nenne ich jemanden, der einen interessanten Gedanken hat, von dem ich mir einen kleinen Baustein herausnehme, der mich beschäftigt. Nicht, dass Sie jetzt denken, dass ich diesen Baustein auswähle. Nein, der Baustein ist wie ein Mückenstich, der nur halb so schlimm wäre, wenn man nicht dauernd daran herum kratzen würde. Aber manche Dinge kann man sich nicht ausdenken und immer noch besser, als sich mit der Obsession beschäftigten.

In diesem Fall ist es der empfehlenswerte Text von Armin Hanisch zum Thema Beruf, Erfahrung, Leistung, Mentoring. Danke schon mal vorab dafür.

Aus dem Beitrag würde ich ja ein Bild stehlen, aber da ich mich mit Urheberrecht und Lizenzen und all dem Kram nicht auskenne…ach, ich mach das einfach mal. Management und so…

Original von Armin Hanisch https://www.arminhanisch.de/images/2018/05/procurve.jpg

Es geht um die Entwicklung von von Erfahrung und Leistung. Die x-Achse ist die Zeit im Beruf. Was mich nun damit beschäftigt ist: Welche Art von Leistungsfähigkeit. In dem entsprechenden Gebiet, ok. Aber ist das absolute Leistungsfähigkeit – also bedeutet die x-Achse auch einfach Lebensalter und die Leistungsfähigkeit würde sich auch so erschöpfen. Alternativ wäre auch eine Lesart denkbar, nach der Leistungsfähigkeit in Relation zu gemachten Erfahrungen stehen würde.

Erstere Lesart würde ich – ad hoc – eher nicht unterschreiben. Das würde bedeuten, dass Menschen ihre Leistungsfähigkeit gleich entfalten und diese sich auch gleich entwickelt. Zumindest in ihrem fachlichen Gebiet.

Zweitere Lesart ist spannend. Da würde ich die Kurve nicht unterschreiben. Im Zusammenhang mit meiner bescheidenen Auffassung von Wissen und einen rationalen und leistungsbereiten Menschen vorausgesetzt, würde die Kurve meiner Meinung nach eher so verlaufen:

Die grüne Linie wäre in dem Fall ein Komplexitätssprung im Fachgebiet. Zum Beispiel, wenn man von der Position Controller in die Position CFO wechselt. Man kann noch von den Erfahrungen zehren, muss aber recht schnell neues Wissen hinzu erwerben, um on top zu bleiben. Solche Sprünge kann und wird es mehrere geben. Nach meiner Lesart wäre die Leistungsfähigkeit immer, was ich aus dem Wissen und den Erfahrungen mache. Nicht, was mein Körper hergibt – sondern wie ich Dinge verwehrte. Je mehr ich weiß und je mehr Erfahrungen ich mache, umso mehr steigt meine Leistungsfähigkeit – und ersetzt auch ab und an fehlendes Wissen durch educated guesses und exploratives Lernen…und das lebenslang. Mehr Wissen und Erfahrung verschiebt das Gewicht von guess zu educated. Mir fällt es dann auch leichter nach einem Komplexitätssprung aufzuholen, weil ich dann schon aufbauen kann auf den Erfahrungen und das Wissen, dass ich besitze und meine Fähigkeit zu lernen. Im heutigen Berufsleben kann ich auch im Herbst meiner beruflichen Laufbahn noch einmal ein junger Sprinter sein –  wenn ich vom CFO zum Tischler in der Toskana oder zum Fischer in Friesland werde. Aber ich weiß, wie ich lerne – und das ist das wahre Gold einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn.

Was nun den Bedarf an Mentoren angeht – ich denke, dass man einen Mentor in jedem Abschnitt seiner fachlichen Laufbahn brauchen kann. Ebenso, dass man durchaus in jedem Stadium – wenn man das Wesen dazu hat – auch Mentor sein kann. Beides kann sogar gleichzeitig sein – ich werde als CFO von meinem Vorgänger betreut und betreue gleichzeitig das up and coming Finanztalent in der Firma. So lernen wir dann als Phyle – also Gemeinschaft und dann…ja, dann generieren wir wirklich Wissen.

 

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