Laboratorium
3.8.2009 von der_mike.
Irgendwie war Nichtstun früher schöner. Gut, da brauchte man auch kein schlechtes Gewissen zu haben - im Prinzip brauchte man früher ja garkein Gewissen - oder man nannte es einfach Studium, wenn man intelligent genug war, um das ganze auch so zu packen. Heute aber erschlägt einen Nichtstun. Aus diesem Grunde dachte ich mir, dass wenn man so clever ist und ein Studium ordentlich über die Bühne gebracht hat ohne großen Aufwand, könnte man doch auch … also quasi … höhere akademische Weihen anstreben.
Gesagt getan - Plan gemacht, Thema war ja irgendwie schon klar und nun Professoren angeschrieben. Das gerade Sommerferien sind ist ein doofer Umstand und lässt nun viel Raum dieses Schritt zu beklagen … und sich bis zur Ablehnung auf Grund Überarbeitung der Professorenschaft - manche sind das wirklich, das meine ich mit vollstem Ernst - zu überlegen, warum das ja ohnehin nichts für einen gewesen wäre.
Schaun mer mal….
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Erklärungsrunde
30.7.2009 von der_mike.
Ich hab ja mal so garkeine Ahnung von Wirtschaft - wie sich gerade heraustellt bin ich da ja nicht allein und es schließt eine Karriere im Banksektor nicht aus. Aber was ich irgendwie nicht verstehe - und ich wäre sehr glücklich, wenn mir jemand das erklären könnte - wie ein Manager eine Bilderbuchsanierung eines Unternehmens hinlegt und das Unternehmen mit so viel Barreserven dahsteht, dass er sich ein tolles Ziel aussicht.
Im letzten Jahr stand Porsche mit so viel Barvermögen da, dass man sich überlegt doch VW zu kaufen. Keiner hat gelacht - alle waren nur darum besorgt, wie ein kleineres Unternehmen es bewerkstelligen wird, einen Großkonzern zu verwalten.
Ein paar Monate später kauft VW Porsche - weil Porsche in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Wo ist das Barvermögen hin? Warum hat da nicht mal ein Mitarbeiter einen Taschenrechner genommen und gedacht: 8 Milliarden Reserve - VW kostet eine Gazillionen mal so viel…..könnte ein Problem werden….
Erklär es mir einer - bitte.
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Fragliches
28.7.2009 von der_mike.
Wenn ich mir so meine Berufsoptionen ansehe, dann erinnere ich mich immer an mein größtes Vorbild: Joseph Fouché - Herzog von Otranto - und die unsagbare Begabung im Hintergrund so zu arbeiten, dass man unentbehrlich für jeden Menschen mit Machtambitionen wird. Das Ganze dann noch unter so verscheidenen Systemen wir Monarchie, Republik, Direktorat und Kaiserreich.
Der Auslöser wieder einmal darüber nachzudenken war die Aktualität von Canettis Masse und Macht im Hinblick auf kommenden Wahlkampf und Plattformen wie Facebook, StudiVZ und Twitter. Wenn man das richtig instrumentalisieren würde und dann noch so einen Strahlemann wie den Jörg Haider hätte, dann sag ich mal, wäre die absolute Mehrheit kaum noch zu verhindern. Dann als Kanzleramtsminister wirken….
…ich glaub, der Herr Hesse bekommt Alpträume. Ich muss aufhören … ja, Pinky, morgen arbeiten wir weiter….
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Hymne
24.7.2009 von der_mike.
Als ich das erste Lied von dem Menschen hörte - Alone in the universe - wollte ich noch eine abfällige Bemerkung über Emomusik machen. Dann jedoch hab ich ihn als Performer der Hymne einer jeden Generation entdeckt:
Ich schick mal einen Dank an Volker für die Entdeckung.
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Polo
23.7.2009 von der_mike.
Endlich erfahre ich, wenn auch knapp an der Grenze, zu welcher Generation ich gehöre: Krisenkinder. Erstaunlicherweise fühlen wir - ja, die Identifikation ist schon da - uns da zugehörig. Allein das Resultat unterscheidet uns aber von all den anderen: Wir sind keine Gruppe. Vor die Wahl gestellt streitet jeder für sich. Eine andere Gruppe hat das vorgemacht: Das Präkariat - Unterklasse ohne Klassenbewusstsein.
Bereiten wir uns also darauf vor in Zukunft Arbeit per Jobduell zu bekommen - wer den anderen am Besten niedermacht bekommt den lausigen Job. Beziehungen führen wir über Facebook - wenn man keine Lust hat, dann einfach ausmachen. Freunde hat man im Ventrilo, wenn man mal reden will. Geschwister sind ohnehin nur die Leute, die man uns zeigt, wenn man Erfolg definieren will. Ohnehin wohnt ja jeder, den man mal für zwei Monate kannte mittlerweile mindestens 250 Kilometer entfernt.
Eines aber können wir: Schreiben. Egoblogs. Yeah, ich gehöre dazu.
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Schritte
22.7.2009 von der_mike.
Endlich hat der US-Präsident mal etwas getan, von dem ich denke, dass er es als zentralen Wahlkampfpunkt versprochen hat - alte Zöpfe abgeschnitten.
Mit einer Vetodrohung hat er die Ausweitung eines technisch nicht mehr notwendigen Rüstungsprojektes - des F22 - gestoppt. Bisher. Denn im Vermittlungsausschuss kann ja immernoch ein Handel herauskommen. Aber immerhin - dieses und einige weitere Projekte stehen vor dem Rotstift-Aus und das ist gut so. Dafür wird das Heer um 22.000 Soldaten aufgestockt - auf ein guter Schritt, denn in den asymmetrischen Konflikten ist das mehr wert, als ein tolles Flugzeug, dass für jede Stunde in der Luft dreissig Stunden gewartet werden muss. Herr Gates scheint seinen Job zu verstehen - und Arbeitsplätze schafft das auch. Diesmal sogar für Leute, die ihn brauchen und nicht für drei Ingenieure und einen Projektmanager.
Trotzdem hätte ich Frau Clinton lieber im Oval Office gesehen….
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PGP
21.7.2009 von der_mike.
Eine grandiose Aktion - mal weg von all dem, was mich sonst so aufregt…
Mehr davon…..
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Erziehung
20.7.2009 von der_mike.
Grade lese ich in einem Artikel mit dem schönen Namen “Wer erziehen will, muss bereit sein zu strafen”, dass innerhalb von Elitegruppen das schnöde und für Ungerechtigkeit anfällige System der Rechtsprechung ersetzt ist durch das überlegene System von gruppeninternen Strafen geboren aus einem Esprit du Corps. Dabei straft man ab, wer sich nicht gruppenkonform verhält - also braune Schuhe zu einem schwarzen Anzug zu tragen schließt den Sünder von der nächsten Weinprobe mit Käsehäppchen aus. Wer in der siebenten Klasse auf Schloss Salem noch nicht die Mathematik der freien Märkte durchdrungen hat, den kann man aus der Gruppe gleich ausschliessen, denn er nützt der Gruppe ja auch langfristig nix - der wird höchstens mal Sparkassendirektor der Filiale Herne Nord oder falls er wenigstens in Deutsch gut ist Finanzminister.
Sei es wie es sei - die Eliten strafen sich also selbst. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn das Recht der Normalsterblichen sie ruft, dass sie mit einem angewiederten Blick reagiern. Für die Steuerhinterziehung/das Erwischenlassen beim Bespitzeln/Unterschlagung/Veruntreuung/Betrug/White-collar Crimes wurde man dich schon seitens der Gruppe bestraft - in Zukunft keine Einladung mehr zum Tupperparty auf Marthas Vineyard. Ausserdem warum bitte behandelt man mich wie einen gewöhnlichen Menschen - schlimmer, warum bestraft man mich doppelt und dann auch noch durch einen Richter, der an mir das Recht der Gewöhnlichen als Maßstab anlegt. Schlimm sowas.
Ich denke ja, man sollte mal den Fall Friedrich II. und der Mühle von Sanssouci als Maßstab hernehmen und die Führer der freien Marktwirtschaft auf den Boden der Tatsachen holen - am Besten schon während der Erziehung.
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Demokratin
22.6.2009 von der_mike.
Aus Anlass des besonderen Stolzes heute mal ein Meilenstein in Sachen Demokratie von jemand, der mal nicht ich ist:
Mainz, 18.06.09
Beendigung meiner Mitgliedschaft in der SPD
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Entsetzen habe ich die heutige Entscheidung über den Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzwerken vernommen. Die inhaltlichen Bedenken gegen dieses an Populismus kaum zu übertreffende Gesetzesvorhaben wurden zwar durch Experten, zahlreiche Medien sowie einige MdBs insbesondere der Opposition überzeugend dargelegt, um Argumente schien es der Regierung aber in dieser Debatte nicht zu gehen.
Dass die beschlossene Internetzensur keinen Fall von Kinderpornographie zu verhindern vermag, im Gegenteil die Täter sogar schützt, muss jeder feststellen, der sich mit dem Thema näher befasst hat. Erfahrungen mit DNS-Sperren etwa aus Schweden haben gezeigt, dass diese ein völlig unwirksames Mittel zur Bekämpfung von Kinderpornographie darstellen. Wenn es den Abgeordneten der großen Koalition tatsächlich um das Wohl der Kinder ginge, würden die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Missbrauch, Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit, vor allem aber die Löschung von in Deutschland gehosteten Web-Inhalten geeignete Mittel darstellen, die die Freiheitsrechte des deutschen Volkes unangetastet ließen. Dass ein Erreichen der Löschung kinderpornographischer Inhalte im WWW in den meisten Fällen binnen kürzester Zeit möglich ist, haben Kontaktierungen von Contentprovidern auf der Grundlage von Sperrlisten aus anderen Ländern bewiesen. Ein solches Engagement von staatlicher Seite kann man hingegen nur im Kontext von Online-Betrugsversuchen bemerken – wenn es um Geld geht, klappt die internationale Zusammenarbeit da plötzlich ganz hervorragend.
Die SPD versteht sich gerne als Volkspartei. Allerdings muss sie sich nicht wundern, wenn angesichts der dreisten Missachtung einer beispiellosen, von über 134.000 Mitzeichnern unterstützten Petition viele Bürger diese Einschätzung nicht mehr teilen. Die Zugeständnisse, die etwa in Hinblick auf die Speicherung von IP-Adressen der Besucher gesperrter Webseiten gemacht wurden, sind mir durchaus bewusst, ändern aber nichts an der Tatsache, dass mit der Internetsperre eine kaum zu kontrollierende Zensurinfrastruktur aufgebaut wird. Deren mittelfristige Ausweitung auf andere Bereiche als die Kinderpornographie, wie sie auch in anderen Ländern mit geheimen DNS-Sperrlisten nicht lange auf sich warten ließ, kann man fast schon als historische Zwangsläufigkeit bezeichnen.
Mein Verständnis für die derzeitige Politik der SPD hört spätestens da auf, wo selbst Verfassungsmäßigkeit und Menschenrechte hinter Populismus und Wahlkampfgetöse zurücktreten müssen. Von Bedenken, dass der Gesetzgeber mit der Internetsperre in Kompetenzen eingreift, die das Grundgesetz den Ländern zuspricht, einmal abgesehen, handelt es sich bei dem Gesetzesentwurf schlicht und ergreifend um die Einführung von Zensur. Durch Emotionalisierung der Debatte und die Instrumentalisierung der schutzlosesten Mitglieder unserer Gesellschaft, der Kinder, werden nach orwellscher Manier bürgerliche Freiheitsrechte abgebaut.
Die SPD, der ich seit meinem 16. Lebensjahr angehörte, hat sich spätestens heute gegen die universellen Menschenrechte und gegen das Grundgesetz gewandt. Meine Loyalität zur Verfassung ist größer als die zur Partei. Daher lege ich mein Parteibuch mit sofortiger Wirkung nieder und hoffe, dass die Sozialdemokraten in Deutschland den Wert der Freiheit wiedererkennen, bevor sie sich selbst in die politische Bedeutungslosigkeit manövriert haben.
Julia Reda
Auf dem besten Wege zur Kanzlerin…..
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Schutzhaft
17.6.2009 von der_mike.
Gestern wurde ich von Frau Mike zu einem Symposion des oiip entführt. Eine gute Sache, denn es zeigt einem, dass auch hochgebildete Menschen nicht davor sicher sind, sich von Namen verführen zu lassen.
Es sprach zum Beispiel Eva Nowotny - ihres Zeichens Botschafterin. Die Einzige übrigens, die wirklich sehr gut vorgetragen hat. In ihrem Vortrag kam sie über die Metapher vom Rumpelstielzchen zu der Aussage, dass die Dinge durch klare Benennung entmystifiziert werden. Sehr gut erkannt - allerding nur für den Holzspan “Man solle doch `enhanced interrogation´ bitte auch Folter nennen”. Der Balken aber, dass von ihr vertretene Konzept - und das derzeitige Lieblingskind aller Staatschef auf der Achse des Guten - die “Responsibility to Protect” quasi ein Freibrief ist, unter dem schönen Tarnmantel der Menschenrechte die Souveränität eines Staates anzugreifen und damit den westlichen Wertekatalog als den einzig weltweit gültigen zu propagieren, den sah sie nicht. Diese neue Form der Kreuzzüge für die abendländische Kultur und der Heilsbotschaft von Menschenrechten und eurozentristischen Staatskonzepten erschien ihr das kleinere Übel.
Wie dem auch sei - Frau Mike wurde gequält durch das unsägliche Englisch der diplomatischen Elite Österreichs und ich durch die unsinnigen Konstruktionen, in die sich das Panel mit großem Verzücken erging - alle klopften sich über diesen neuen Weg, den Menschen rechtskonform zu helfen, auf die Schulter.
Ja, “…words will always retain their power. Words offer the means to meaning, and for those who will listen, the enunciation of truth.” Glücklich die, welche mit Worten kämpfen.
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